Berlin - Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination – eine Stunde soll der Test dauern, dann gibt es Empfehlungen, wie sich die sportlichen Leistungen noch steigern lassen. Nordrhein-Westfalen geht jetzt voran, sagt Fettleibigkeit bei Kindern den Kampf an. Ab August sollen an Rhein und Ruhr in Modellversuchen Fitness-Tests für Grundschüler erprobt werden. „Ziel ist es, Eltern und Kinder frühzeitig auf motorische Defizite hinzuweisen“, kündigte NRW-Sportministerin Ute Schäfer (SPD) an.

Fitness-Tests als Modell, das Schule machen sollte? Beifall kommt von Politikern im Bundestag und von Pädagogen. Auch die Krankenkassen begrüßen den Vorstoß. „Wir finden es gut, dass sich die Politik um die Fitness von Grundschulkindern kümmern will, sagt Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion.

Aus Sicht des Lehrerverbandes ist der Handlungsbedarf groß. „Wir haben ein ernsthaftes Problem bei den motorischen Fähigkeiten und der körperlichen Verfassung unserer nachwachsenden Generation“, erklärte Verbandschef Josef Kraus. Die Kinder und Jugendlichen seien „immer schwerfälliger, immer unbeweglicher und schwerer“.

Fachleute schlagen schon seit längerem Alarm. Die Zahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen in Deutschland nimmt stark zu. 1,9 Millionen Jungen und Mädchen sind mittlerweile betroffen – 50 Prozent mehr als noch vor 20 Jahren. 800 000 Jungen und Mädchen sind sogar krankhaft fettleibig.