Varel - Der Entwurf eines Gütesiegels für Kinderbetreuung in Tageseinrichtungen ist dem Jugendhilfeausschuss des Landkreises Friesland vorgestellt worden. „Die Entwicklung des Entwurfs ist durch zwölf kommunale und drei unter freier Trägerschaft stehenden Tageseinrichtungen für Kinder unterstützt worden“, sagte Landkreismitarbeiterin Marion Paries-Erdmann, die das Gütesiegel derzeit entwickelt, am Dienstag bei der Ausschusssitzung im Vareler Waisenstift.
In dem vorliegenden Entwurf werden Qualitätsstandards in konkrete Fragestellungen umgesetzt. Dieser Fragebogen soll, so der Plan, anschließend von den Tageseinrichtungen für Kinder zur Erlangung eines Gütesiegels ausgefüllt werden. „Der Bogen zeigt auf, in welchen Bereichen noch Entwicklung notwendig ist, um im Dialog mit dem Landkreis eine Weiterentwicklung der Qualität zu erzielen“, so Paries-Erdmann.
Siegel drei Jahre gültig
Die Fragen im Bogen sollten nur mit Ja oder Nein beantwortet und die entsprechende Punktzahl eingetragen werden. Habe die Einrichtung dann 75 Prozent der Höchstpunktzahl erreicht, könne sie sich für die Vergabe des Gütesiegels anmelden, erklärte Paries-Erdmann.
„Einige Kindergärten sind gar nicht über dieses Gütesiegel erbaut. Die Erzieherinnen arbeiten immer mehr. Man sollte sich schon die Frage stellen, was wir mit dem Gütesiegel erreichen wollen“, kritisierte Iko Chmielewski als beratendes Ausschussmitglied. Axel Neugebauer begrüßte hingegen in gleicher Funktion den Entwurf. „Ich bin gegen zu viele Siegel an den Außentüren. Ich begrüße den Entwurf, dann aber bitte in einer abgespeckten Version“, so Neugebauer.
Die kontinuierliche Qualitätssteigerung beispielsweise von Kindergärten soll dadurch erreicht werden, dass das Gütesiegel als dynamisches Verfahren konzipiert ist, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. So soll das Siegel nach seiner Verleihung nur drei Jahre gültig blieben.
Freiwillige Teilnahme
„Wir haben Einrichtungen in Friesland, die sehr gute Arbeit leisten. Die Teilnahme am Gütesiegel ist freiwillig. Jeder entscheidet selbst, wann er mitmachen will“, sagte Paries-Erdmann. Die Einführung des Gütesiegels werde fachlich vom Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule Emden-Leer begleitet und unterstützt, so Paries-Erdmann. „Ich rechne damit, das am Ende des Jahres eine abschließende Fassung vorliegen wird“, sagte Olaf Meyer-Helfers, Leiter des Fachbereichs Jugend und Familie in der Kreisverwaltung.
