Friesoythe - Er kann sich noch gut an seinen ersten Arbeitstag als Friesoyther Bürgermeister erinnern. Sehr angespannt und aufgeregt sei er gewesen, sagt Sven Stratmann. Am Sonntag ist der 42-Jährige genau 100 Tage im Amt – und mittlerweile deutlich entspannter, wie er sagt. „Das liegt vor allem daran, weil ich hier im Rathaus super aufgenommen worden bin. Die Mitarbeiter bilden ein echtes Team, die Verwaltung funktioniert“, so Stratmann. Entsprechend gut und schnell habe sich der Bundespolizist in seinem neuem Amt als Bürgermeister zurechtgefunden. „Ich habe ja auch den schönsten Arbeitsplatz in der Stadt“, sagt er und meint damit nicht nur seine Funktion. Von seinem Büro aus blickt er auf die Allee, die Soeste und die kleine Insel („Besser geht es nicht.“).
Ein wenig überrascht sei er von der Vielfalt, die so ein Amt innehabe. Da müsse man gedanklich hin und wieder blitzschnell umschalten. Das sei aber kein Problem. Er habe sich schon gut in Themen eingearbeitet und das ein oder andere angeschoben, „soweit es innerhalb von drei Monaten möglich ist“.
Konkrete Projekte hat er auch vor Augen. Eines davon betrifft die Schullandschaft mit elf Grundschulen im Stadtgebiet. Er möchte den Plan vorantreiben, aus der Marienschule in Friesoythe eine Ganztagsschule zu machen – und zwar schon ab dem Schuljahr 2016/2017. „Ein entsprechendes Konzept wird derzeit von der Schule ausgearbeitet“, sagt Stratmann. Es solle sich dabei um ein offenes Ganztagsangebot handeln, dass nicht verpflichtend sei. Dieser Schritt würde zudem die Ludgerischule entlasten, im Moment noch die einzige Ganztagsgrundschule der Stadt. Nach der Marienschule könnten dann die Gerbertschule und die Grundschulen in Gehlenberg und Markhausen mit einem Ganztagsangebot folgen. Dann hätte man fünf durchaus starke Grundschulen im Stadtgebiet.
Die Innenstadtsanierung und der Lückenschluss der Friesoyther Ortsumgehung stehen bei ihm ebenso auf der Agenda wie der Ausbau kultureller Angebote. Bei der Umsetzung der Projekte gelte es aber, Ruhe zu bewahren. Schließlich sei er nicht für 100 Tage, sondern für sieben Jahre zum Bürgermeister gewählt.
