München - Nach wochenlanger massiver Kritik hat Bayerns Staatskanzleichefin Christine Haderthauer wegen der sogenannten Modellauto-Affäre „mit sofortiger Wirkung“ ihren Rücktritt erklärt. Das gab die CSU-Politikerin am Montagabend in München bekannt. Sie habe Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ihren Entschluss bei einem „freundschaftlichen Gespräch“ mitgeteilt. Haderthauer sagte weiter, sie müsse sich nun auf die Klärung der anstehenden Fragen konzentrieren. „Dafür brauche ich Kraft und Konzentration. Nach den Erfahrungen mit der öffentlichen Berichterstattung muss ich aber befürchten, dass das Amt und die damit verbundenen politischen Themen komplett überlagert werden würden.“
CSU-Chef Seehofer hatte Haderthauers Krisenmanagement im Zusammenhang mit ihrem Engagement bei einem Modellauto-Hersteller wiederholt bemängelt, sich aber ansonsten hinter seine Ministerin gestellt. Ihren Rücktritt nahm er „mit Respekt“ zur Kenntnis.
Haderthauer stürzte über die seit Wochen schwelende Affäre um das Unternehmen Sapor Modelltechnik ihres Ehemannes. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugsverdachts. Hintergrund ist eine Anzeige, die der Ex-Mitgesellschafter eingereicht hat. Darin wirft er dem Ehepaar Hubert und Christine Haderthauer vor, ihn um mehrere 10 000 Euro geprellt zu haben. Die Firma verkaufte Mini-Modellautos, die von Straftätern in der Psychiatrie hergestellt wurden.
