HAMBURG - Die Hanseatische Ersatzkasse (HEK) hat Berichte zurückgewiesen, wonach sie Senioren der bank­rotten Krankenkasse City BKK trotz gesetzlicher Aufnahmepflicht abgewimmelt hat. „Bei der HEK wird keine Mitgliedschaft abgelehnt“, erklärte Vorstandsvize Torsten Kafka am Montag in Hamburg. Laut einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ (FTD) wird älteren Mitgliedern der City BKK dagegen von der HEK-Service-Hotline nahegelegt, sich statt bei der HEK nach einem Versicherer aus der Gruppe der Betriebskrankenkassen umzuschauen, zu der die City BKK gehört.

Die Hamburger Verbraucherschutzzentrale hat die HEK nach eigenen Angaben schon länger im Visier. „Wir haben schon öfters gehört, dass Ältere und sehr Kranke bei dieser Kasse nicht willkommen sind“, sagte der Leiter für Patientenschutz, Christoph Kranich, der FTD. Zum aktuellen Sachverhalt lägen der Verbraucherzentrale jedoch noch keine Fälle vor, sagte Kranich. Er gehe aber davon aus, dass dies geschehen werde, wenn die City BKK ihre Kunden schriftlich über das Aus ihrer Kasse informiere und zahlreiche Versicherte sich auf die Suche nach einer neuen Kasse machten.

Das Bundesversicherungsamt hatte Anfang Mai die Schließung der City BKK verfügt. Die Kasse mit Sitz in Stuttgart muss zum 1. Juli ihre Arbeit einstellen. Die Versicherten – zum 1. April waren es rund 168 000 – müssen sich nun eine neue gesetzliche Krankenkasse suchen.