HAMBURG - Nach den Bestechungsvorwürfen gegen den Fernsehredakteur Gerd Rapior hat sich der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Mittwoch endgültig von seinem Mitarbeiter getrennt. Der Journalist habe selbst fristlos gekündigt, um einer bereits vorbereiteten fristlosen Kündigung durch den NDR zuvorzukommen, teilte der Norddeutsche Rundfunk am Mittwoch in Hamburg mit. Daraufhin wurde das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung aufgelöst.
Unterdessen setzte die Kieler Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen fort. „Es gibt einen erweiterten Tatverdacht“, sagte Oberstaatsanwalt Manfred Schulze-Ziffer. Am Mittwoch durchsuchten Beamte acht weitere Objekte in Hamburg und Schleswig-Holstein.
„Rapior hatte eingeräumt, nicht genehmigte Nebentätigkeiten ausgeübt und somit in gravierender Weise gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen und Interessen des NDR verstoßen zu haben“, erklärte der Sender. Der Redakteur ließ erklären, er bedaure seine Verfehlungen und trage dafür die Konsequenzen. Den Vorwurf der Bestechlichkeit wies er erneut zurück.
Der Journalist hatte Mitglieder der Nord-CDU – darunter den heutigen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen – im Umgang mit den Medien trainiert. Der Direktor des NDR-Funkhauses Schleswig-Holstein, Friedrich-Wilhelm Kramer, betonte, dass solche Nebentätigkeiten mit einer glaubwürdigen und unabhängigen journalistischen Arbeit nicht vereinbar seien.
