Edewecht - Zahlreiche Themen bestimmten am Mittwochabend die Versammlung des „Runden Tisches für Migrationsarbeit in der Gemeinde Edewecht“. Seine ehrenamtlichen Mitglieder setzen sich auf vielfältige Weise dafür ein, Flüchtlinge aus ihrer Isolation zu führen, in die deutsche Gesellschaft zu integrieren und ihnen Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten.
Petra Knetemann vom Fachbereich Bildung, Bürgerservice und Soziales bei der Gemeinde Edewecht berichtete, dass die Gemeinde nach wie vor händeringend Wohnraum für Flüchtlinge suche (Angebote:
Deutsch das A und O
Reinhard Wiehebrink verwies darauf, dass sich die ehrenamtlichen Helfer um rund 300 Flüchtlinge in der Gemeinde kümmerten. Zahlreiche ehrenamtliche Lehrerinnen und Lehrer vermittelten Flüchtlingen Deutsch. Sprachkentnisse seien das A und O für eine erfolgreiche Integration. Derzeit würde man 109 Flüchtlingen in elf Deutschkursen grundlegende Sprachkenntnisse vermitteln.
Deutschkenntnisse seien auch für die erfolgreiche berufliche Integration unverzichtbar. Stolz sei man darauf, dass es 2014 gelungen sei, vier Schutzsuchenden die (Wieder-)Aufnahme eines Studiums zu ermöglichen, elf hätten eine Ausbildungsstelle erhalten und sieben einen Arbeitsplatz. Das sei erst der Anfang, es sei eine gewaltige Aufgabe, diejenigen, die derzeit Deutsch lernten, in ein Studium, eine Ausbildung oder in Arbeit zu bringen.
Bürgermeisterin Petra Lausch ergänzte, dass sich die Wirtschaftsförderung der Gemeinde Edewecht künftig verstärkt um die berufliche Integration von Flüchtlingen bemühen wolle. So wolle man die Aktivitäten des Oldenburgisch-Ammerländischen Vereins „pro:connect“, der eine gemeinsame Anlaufstelle für Arbeitgeber und arbeitsuchende Zuwanderer sei, und das Engagement der Ehrenamtlichen ergänzen. Bei Firmenbesichtigungen in der Gemeinde und bei Unternehmerfrühstücken werde man gezielt das Gespräch mit Firmenchefs suchen und Möglichkeiten ausloten, Flüchtlinge zu beschäftigen.
Hella Fittje-Oltmanns verwies darauf, dass das Internationale Begegnungscafe, das jeweils dienstags ab 15 Uhr im „Haus der Begegnung“ öffnet, stets ausgesprochen gut besucht sei. Das Interesse sei so groß, das die Zahl der Kaffeetassen nicht mehr reiche (weitere stellt jetzt die Gemeinde zur Verfügung).
Zuverlässige Helfer
Sehr zuverlässig seien die vielen Helfer, die sich um die Gäste – Flüchtlinge, Einheimische, Lehrende, Firmen- und Gemeindevertreter – kümmerten. Zu den Helfern – weitere seien erwünscht – zählten viele Flüchtlinge. Dank sage man zwei Bäckereien, die für die Treffen regelmäßig Kuchen spendeten.
Gesprochen wurde am Mittwochabend auch darüber, dass einige Flüchtlinge – vermutlich weil sie durch Erlebnisse in ihrer Heimat und auf der Flucht traumatisiert seien – nicht an Deutschkursen teilnähmen. Angeregt wurde, die vorhandene medizinische Betreuung durch ein Netzwerk von Ärzten, Psychologen und anderen Fachleuten auszubauen.
Jack Morin schlug vor, Informationsveranstaltungen über die Situation von Flüchtlingen in ihren Heimatländern zu veranstalten. Man wolle den Kontakt zum Evangelischen Bildungswerk Ammerland suchen, das eine Reihe rund um das Thema Asyl anbiete.
