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NWZonline.de Nachrichten Politik

Quote für Landärzte bleibt vorerst im Wartezimmer

24.07.2018

Hannover Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) relativiert seine Forderung nach einer Verpflichtung von Medizinstudenten zum späteren Arzteinsatz im ländlichen Raum. „Die Frage einer Landarzt-Quote wird sich erst stellen, wenn sich alle jetzt getroffenen Maßnahmen als nicht ausreichend erweisen“, sagte er am Montag. Zunächst wolle er „genau schauen“, wie die Anreizprogramme der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) wirkten.

In der Staatskanzlei geht man davon aus, dass das Thema spätestens im Herbst 2019 wieder auf die Tagesordnung kommt. Dann nämlich laufen die zwei Jahre ab, die sich die Regierung im Koalitionsvertrag vom Herbst 2017 zur Evaluation der Bemühungen, Ärzte aufs Land zu holen, gegeben hat.

Lesen Sie auch: Nicht zu voreilig mit der Quote, Kommentar von Lars Laue

Der Beschluss war ein Kompromiss, denn die Regierungspartner SPD und CDU sehen die Quote völlig unterschiedlich: Die SPD ist dafür. Die CDU lehnt die Quote dagegen ab. Insbesondere Wissenschaftsminister Björn Thümler sperrt sich gegen den Zwang zur Land-Arbeit. Vor wenigen Wochen war es deshalb zum Koalitionsstreit gekommen.

Seit 2017 haben die Länder die Möglichkeit, bis zu zehn Prozent der Medizinstudienplätze mit einer Landarztpflicht zu koppeln. Als erstes Bundesland greift Niedersachsens Nachbar Nordrhein-Westfalen zu: Bereits ab kommendem Wintersemester soll die Quote in dem CDU-regierten Bundesland greifen.

Der niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) reagierte enttäuscht auf Weils Ankündigung. „Wir müssen jetzt handeln. Abwarten ist aus unserer Sicht die schlechteste Option“, sagte NSGB-Fachreferent Oliver Kamlage unserer Redaktion. Denn selbst wenn eine Quote sofort in Kraft träte, würde es zwölf Jahre dauern, bis aus Erstsemestern Landärzte würden.

Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker begrüßte hingegen Weils Ankündigung: „Dies zeigt, dass auch aufseiten der SPD ein Umdenken stattfindet. Eine Landarztquote ist ein schwerer Eingriff in die Berufsfreiheit.“

Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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