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NWZonline.de Nachrichten Politik

Polizei sucht diesen Geldabheber

19.07.2019

Hannover Der Mitarbeiter des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen, dem seine Aktentasche mit hochbrisanten Unterlagen aus seinem Auto gestohlen worden war, muss sich weiteren unangenehmen Fragen der Staatsanwaltschaft Hannover stellen. Außerdem wurde nach Angaben des Innenministeriums mittlerweile ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten eingeleitet.

Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Thomas Klinge, im Gespräch mit unserer Zeitung sagte, soll der Beamte insbesondere nachdrücklich dazu befragt werden, ob er sich hundertprozentig sicher ist, sein Auto abgeschlossen zu haben. Hintergrund ist, dass laut Klinge nach wie vor keine Aufbruchspuren am Kofferraum oder an anderen Stellen des Privatwagens des LKA-Mitarbeiters festgestellt werden konnten. Das betroffene Auto werde weiter untersucht.

Eine zweite wichtige Frage, die die Staatsanwaltschaft beschäftigt, ist die, wie es dem Täter gelingen konnte, mit der dienstlichen EC-Karte des Mitarbeiters an einem Automaten Geld abzuheben. Der LKA-Mann hatte ausgesagt, die Geheimzahl nicht in der Nähe der aus der Aktentasche gestohlenen EC-Karte aufbewahrt zu haben. „Auch dazu werden wir den LKA-Mitarbeiter erneut verhören“, kündigte Klinge am Donnerstag an. Nach den Worten des Oberstaatsanwaltes wurde noch am Tattag 9. Mai ab 15.50 Uhr mit der Karte drei Mal hintereinander Geld abgehoben – insgesamt 1000 Euro.

Unterdessen sucht die Polizeidirektion Hannover mit einem Fahndungsfoto nach dem Geldabheber, der an einem Geldautomaten auf einem Tankstellengelände an der Marienstraße in Hannover von einer Videokamera gefilmt wurde. Der Mann ist etwa 20 Jahre alt, 1,75 Meter groß und schlank. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst Hannover unter Telefon  (05 11) 1 09 55 55 entgegen.

Besondere Brisanz hatte der Vorfall dadurch erlangt, dass der LKA-Mitarbeiter als sogenannter V-Mann-Führer tätig war. V-Leute sind Verbindungs- oder Vertrauenspersonen, die der Polizei gegen Geld Hinweise auf geplante oder begangene Verbrechen geben. In der Tasche befanden sich Akten mit sensiblen Daten über Vertrauensleute. Die Tasche wurde zwei Tage nach ihrem Verschwinden in einem Teich südlich von Hannover gefunden. Während Bargeld, die Dienst-EC-Karte und das Diensthandy fehlten, waren die brisanten Unterlagen noch in der Aktentasche. Das Diensthandy ist laut Oberstaatsanwalt Klinge nach wie vor verschwunden.

Laut Innenministerium sollen die Ergebnisse des von der Staatsanwaltschaft geführten Ermittlungsverfahrens abgewartet und in das Disziplinarverfahren einbezogen werden. Dem Mitarbeiter, der im LKA nunmehr mit anderen Aufgaben betraut ist, drohen Konsequenzen, die „vom Verweis über eine Geldbuße, Kürzung der Dienstbezüge, Zurückstufung bis hin zur Entfernung aus dem Beamtenverhältnis“ reichen können.

LKA-Chef Friedo de Vries sprach von einem „schweren individuellen Fehlverhalten“. Der Beamte habe die Unterlagen zwar mit aus dem Haus nehmen dürfen, hätte sie aber zwingend vor dem Zugriff Außenstehender schützen müssen. Innenminister Boris Pistorius (SPD) sah sich Angriffen der Oppositionsparteien Grüne und FDP ausgesetzt, weil der Vorfall erst zwei Monate später bekannt geworden war – und nur aufgrund einer Presseanfrage.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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