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NWZonline.de Nachrichten Politik

Agrar: Umbruch in stürmischen Zeiten

02.12.2020

Hannover Wenn am Donnerstag der niedersächsische Bauernverband einen neuen Präsidenten des Landvolkes wählt, ist das ein Führungswechsel in stürmischen Zeiten. Klimawandel, Preiskrise, Corona-Krise, dazu die Diskussionen um Tierwohl, Düngeverordnung, Glyphosat oder Artenschutz – die Branche steht von außen unter Druck.

Hinzu kommt eine aufgewühlte Basis, die in den vergangenen Monaten offen ihre Unzufriedenheit gezeigt hat. Viele Landwirte fühlen sich schon seit Jahren von Umweltverbänden, Tierschützern und Politikern zu Unrecht als Buhmann für alle möglichen Pro­bleme verantwortlich gemacht. Im vergangenen Jahr stellten große Teile der Landwirte selbstorganisiert grüne Kreuze auf die Felder und organisierten in neuen Gruppen wie „Land schafft Verbindung“ spontane Treckerdemos. Das Landvolk wurde oft bei diesen Protesten nicht gefragt.

Unterschiedliche Typen

Zwei Kandidaten werben darum, Nachfolger des ruhig und bedächtig agierenden Albert Schulte to Brinke (64) zu werden, der aus Altersgründen nicht mehr antritt. Jörn Ehlers (48) aus Holtum-Geest im Kreis Verden ist Schweinemäster. Holger Hennies (50) bewirtschaftet mit vier Kollegen in Schwüblingsen in der Region Hannover 650 Hektar Ackerbaufläche. Ein richtiger Wahlkampf war für beide unter Corona-Bedingungen in diesem Jahr kaum möglich.

So bleibt spannend, für wen sich die Landwirte bei ihrer Briefwahl, die am Donnerstag ausgezählt wird, entscheiden. Ehlers entspricht aus Sicht von Beobachtern eher dem Typ von Schulte to Brinke. Hennies traut mancher eher zu, auch mal mit der Faust auf den Tisch zu hauen – wichtig für die Seele der Basis.

Dennoch muss die Landwirtschaft gerade in diesen Zeiten kompromissbereit sein. Dass sie dazu in der Lage sind, haben die Landwirte mit dem „Niedersächsischen Weg“ gezeigt, bei dem man sich mit Umwelt- und Naturverbänden sowie der Politik auf einen Kompromiss zum Arten- und Naturschutz verständigt hat.

Ein vergleichbares Abkommen sollte es auch für die Tierhaltung in Deutschland geben, forderte Hennies jüngst im Politmagazin „Rundblick“. Der Umweltschutz sei für ihn „eine Herzensangelegenheit, die sicherlich ein Schwerpunktthema für die nächsten drei Jahre sein wird“.

Inhaltliche Nähe

Inhaltlich sind beide Kandidaten damit nah beieinander. Ehlers sagte dem Magazin, er wolle sich in den nächsten drei Jahren vor allem für die Wertschöpfung und die Wertschätzung der landwirtschaftlichen Arbeit einsetzen. Die Tierhaltung zum Beispiel werde sich radikal verändern, die Betriebe müssten aber weiterhin von ihrer Arbeit leben können. Und er wolle, dass Landwirte nicht als Verursacher von Problemen angesehen werden, sondern als diejenigen, die zur Lösung beitragen.

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