Hannover - Die Lage auf dem niedersächsischen Arbeitsmarkt hat sich im Mai aufgrund der Corona-Krise weiter deutlich verschärft. Mit knapp 261 600 Menschen waren noch einmal 6 Prozent mehr ohne Job als im April. Deutschlandweit stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 2,813 Millionen.
Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch berichtete, stieg die Quote um 0,3 Punkte auf 6,0 Prozent. Üblicherweise nimmt die Beschäftigung im Frühling nach den Wintermonaten wieder zu - in diesem Jahr bewirkten die Schließungen und Produktionsausfälle während des Covid-19-Lockdowns das Gegenteil.
Zwar war die Zunahme der Arbeitslosigkeit zuletzt nicht mehr so stark wie noch von März auf April. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich aber, wie drastisch die Entwicklung weiterhin ist: Über ein Fünftel (21,4 Prozent) mehr Menschen waren im abgelaufenen Monat arbeitslos gemeldet als im Mai 2019, die Quote lag um einen Prozentpunkt höher.
„Der pandemiebedingte Einbruch der Wirtschaft schlägt auf den Arbeitsmarkt durch“, sagte BA-Regionalchefin Bärbel Höltzen-Schoh in Hannover. Es gebe aber wieder mehr offene Stellen.
Die Kurzarbeit in Niedersachsen bleibt hoch: Seit der Zuspitzung der Viruskrise im März wurde für insgesamt knapp 1,1 Millionen Menschen in landesweit fast 78 000 Betrieben verringerte Arbeitszeit angezeigt.
Auch in Bremen verschärft die Corona-Krise die Situation weiter. Die Zahl der Erwerbslosen stieg dort entgegen der sonst üblichen saisonalen Entwicklung um 5,2 Prozent auf insgesamt 41 878 gegenüber dem Vormonat April. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit von 11,0 auf 11,4 Prozent, wie die Arbeitsagentur am Mittwoch mitteilte. „Die Arbeitslosigkeit steigt und liegt jetzt mehr als 16 Prozent über dem Vorjahr“, sagte Bärbel Höltzen-Schoh, Chefin der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit. Es gebe aber auch Signale, die Mut machten. So meldeten die Betriebe wieder mehr offene Stellen.
