HANNOVER - Über den Verbleib von rund 2300 Brennelementkugeln aus dem Forschungsreaktor Jülich wird in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen heftig gestritten. Nach Angaben des Forschungszentrums Jülich sind die von der NRW-Landesregierung vermissten Kugeln nicht verschwunden. Ihr Verbleib sei „lückenlos dokumentiert“, hieß es. NRW- Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) erklärte dagegen am Montag, es gebe Hinweise, dass die Graphitkugeln von Jülich ins niedersächsische Zwischenlager Asse gebracht worden seien.
Das wiederum bestritten das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter und Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP). Nach seiner Information seien die Kugeln in Jülich, sagte Sander dieser Zeitung. „In der Asse liegt das nicht.“ Der Minister forderte eine rasche Aufklärung des Vorfalls.
Unterdessen hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) für diesen Dienstag die nordrhein-westfälische Atomaufsicht nach Berlin einbestellt. Sie soll Auskunft zu den widersprüchlichen Angaben machen.
