Hannover/Aurich - Zum Stellenabbau beim Windkraftanlagenbauer Enercon plant Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil diese Woche zwei Krisentreffen. Am Mittwoch beraten der SPD-Politiker und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) gemeinsam mit Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig in der Staatskanzlei in Hannover. Althusmann reist anschließend nach Aurich, wo Enercon seinen Sitz hat, um auch mit dem Landrat und der Gewerkschaft IG Metall zu sprechen. Weil wird zudem am Samstag zusammen mit Energieminister Olaf Lies (SPD) nach Aurich fahren, um mit Arbeitnehmervertretern zu sprechen, wie die Staatskanzlei am Dienstag auf Anfrage mitteilte.

Enercon hatte am Freitag angekündigt, wegen der schlechten Marktlage bis zu 3000 Stellen abzubauen, und dabei die Energiepolitik der Bundesregierung kritisiert. Auch mit der Bundespolitik will das Unternehmen daher das Gespräch suchen.

Ministerpräsident Weil hatte nach Bekanntwerden des Stellenabbaus für einen Kurswechsel bei der Windenergie geworben. Es müsse „sofort bessere Rahmenbedingungen für den Windenergie-Ausbau“ geben, forderte er. Energieminister Lies legte einen Sechs-Punkte-Plan zur Unterstützung des Wirtschaftszweigs vor. Darin wirbt er unter anderem für Staatsbürgschaften für kriselnde Unternehmen.