• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Weil-Attacke gegen Bayern und Sachsen

09.07.2019

Hannover /Bad Zwischenahn Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die Haltung Bayerns und Sachsens bei der Suche nach einem atomaren Endlager kritisiert. Es sei ein Erfolg der vergangenen Legislaturperiode, dass man sich auf eine weiße Landkarte ohne Vorfestlegung verständigt habe, sagte Weil. Dies sei eine nationale Aufgabe, der sich niemand entziehen dürfe. „Deshalb ist es für mich absolut unverständlich, dass sich einzelne Länder offensichtlich nach und nach verabschieden wollen. Bayern und Sachsen etwa. So wird das nicht laufen können.“

Ursprünglich hatte Deutschland ein Endlager im niedersächsischen Gorleben geplant. Nach jahrzehntelangen Protesten hatte der Bund 2017 ein Suchverfahren gestartet. Ziel ist es, bis 2031 einen geeigneten Ort zu finden. Mit der Suche ist die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) beauftragt. Der Atommüll soll unterirdisch tief in einem Bergwerk entsorgt werden. Als geologische Formationen kommen Salz, Ton und kristallines Gestein wie Granit infrage. Erste Ergebnisse sind für 2020 angekündigt.

Denkbar wären drei Varianten: Erstens Salzformationen wie in Gorleben oder der Asse. Solche gibt es auch im emsländischen Wahn oder im Bereich Bad Zwischenahn (Kreis Ammerland). Zweitens Tongesteine, wie sie von der süddeutschen Schwäbischen Alb bekannt sind, die aber wahrscheinlich auch unter weiten Teilen Niedersachsens und dem nördlichen Nordrhein-Westfalen liegen. Drittens Kristallin wie im finnischen Olkiluoto, wo sich Umweltminister Olaf Lies (SPD/Sande) kürzlich informiert hatte. Das kommt im Harz, aber vor allem in Bayern und Sachsen vor. Beide Länder lehnen Endlager bei sich aber grundsätzlich ab.

Der scharfen Weil-Kritik an Bayern und Sachsen schließt sich auch Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), an. Er sagt: „Ein solches Vorgehen ist in keiner Weise hilfreich. Wenn das Schule macht, dass einzelne Länder Gesteinsformationen ausschließen, die bei ihnen selbst existieren, dann konterkariert es das gesamte Verfahren.“

Weil sagte mit Blick auf Gorleben, die Landesregierung wisse, dass es auch in Niedersachsen geologische Formationen gebe, die eine Prüfung als Endlager verdienen könnten. Dies gelte aber eben auch für die anderen Bundesländer. „Niemand soll glauben, Niedersachsen sei das Atomklo der Bundesrepublik Deutschland.“

Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“, hat unterdessen grundsätzliche Zweifel an dem Vorgehen. „Die Betroffenen können viel reden, müssen aber mit ihren Bedenken nicht gehört werden, selbst wenn diese gut begründete Mängel aufzeigen. So droht die Suche zu scheitern.“

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
Rufen Sie mich an:
0511/1612315
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.