Hannover/Berlin - Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius will eine Kandidatur für den SPD-Vorsitz erwägen – unter bestimmten Bedingungen. Auf die Frage nach der Eignung von Juso-Chef Kevin Kühnert und der ehemaligen Bundespräsidenten-Kandidatin Gesine Schwan für das Amt sagte der 59-jährige Osnabrücker der „Welt am Sonntag“: „Wenn es die einzigen Bewerber wären, würde ich mir überlegen, auch anzutreten.“ Wenn aber überhaupt, wolle er „im Tandem“ für eine Doppelspitze antreten.

Minister zu Gast im NWZ-Medienhaus

Innenminister Boris Pistorius ist am Montag, 8. Juli, 18 Uhr, zu Gast im NWZ-Medienhaus in Oldenburg. Er stellt sich den Fragen von Lesern und Chefredakteur Lars Reckermann. Eintrittskarten (für Abonnenten kostenlos) sind noch verfügbar.

Pistorius fügte hinzu: „Für mich steht derzeit nicht im Vordergrund, ob ich es machen würde oder könnte, sondern, welches die beste Lösung für die SPD ist. Wenn es jemanden gibt, von dem ich glaube, dass er oder sie das kann, dann werden er und/oder sie meine volle Unterstützung haben.“

Der SPD-Vorsitz soll nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember besetzt werden. Die Bewerbungsfrist läuft vom 1. Juli bis 1. September. Die bisherige Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles war nach dem Debakel bei der Europawahl zurückgetreten.

Als Anwärter für das Amt gelten etwa Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Bisher hat jedoch niemand eine Kandidatur angekündigt. Eine Bewerbung nicht ausgeschlossen hatten der nordrhein-westfälische SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty und die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, Schwan.