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NWZonline.de Nachrichten Politik

Minister Tonne fordert Null-Toleranz-Linie bei Gewalt gegen Lehrer

15.06.2018

Hannover Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat für eine strikte Null-Toleranz-Strategie bei Gewalttaten gegen Lehrer plädiert. Gewalttaten seien Straftaten, da gebe es keinen Spielraum, sagte Tonne in Hannover. „Jedes Delikt muss angezeigt, verfolgt und geahndet werden.“ Die Kultusminister der Länder wollen bei ihrer Konferenz am Donnerstag in Erfurt unter anderem darüber beraten, wie der an vielen Schulen zunehmenden Gewalt gegen Lehrer begegnet werden kann.

Tonne sagte, wichtig sei auch, in der Schule durch Prävention, pädagogisches Einwirken und Elterngespräche tätig zu sein. „Gemeinsames Ziel muss immer sein, Gewalt zu verhindern, das gilt auch für verbale Verletzungen“, so der Kultusminister. Das Zusammenspiel aus konsequenter Ahndung, Prävention und Pädagogik sei die beste Reaktion auf Gewalt gegen Lehrkräfte.

Außerdem müsse das Thema aus der Tabuzone geholt und auch darüber diskutieren werden, wie der gesellschaftlichen Verrohung gemeinsam entgegen getreten werden könne. „Wenn man von Gewalt gegen Rettungskräfte, Kommunalpolitiker und Lehrer hört, dann besteht die Sorge, dass grundsätzlich etwas in Rutschen geraten ist, was Respekt und die Akzeptanz von Regeln angeht“, sagte Tonne. Daher sei es positiv zu bewerten, dass die Länder bei der Kultusministerkonferenz das Thema gemeinsam anpacken wollen.

Nach mehr als zehn Jahren Rückgang waren Gewalt und Kriminalität an Niedersachsens Schulen im vergangenen Jahr erstmals wieder kräftig angestiegen. Im Vergleich zu 2016 nahm die Zahl der Straftaten an Schulen laut Landeskriminalamt um 32 Prozent auf 5556 Fälle zu. Besonders kräftig stieg die Zahl der Körperverletzungen (29 Prozent). In 104 Fällen von Körperverletzung waren Lehrer die Opfer.

Jeder einzelne Fall von Gewalt gegen Pädagogen an Schulen sei einer zuviel, sagte dazu die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Laura Pooth. Allerdings sei die Zahl der Angriffe auf Lehrer in Niedersachsen derzeit noch auf einem relativ niedrigen Niveau.

„Der enorme Leistungsdruck und die frühe „Aufteilung“ in verschiedene Schulformen können dazu führen, dass sich Schüler abgehängt fühlen. Bei einigen Kindern und Jugendlichen sinkt dann die Frustrationstoleranz.“ Um einer solchen Tendenz entgegenzuwirken, brauche man mehr Personal an den Schulen. „Lehrer sowie pädagogische und therapeutische Fachkräfte benötigen heute mehr Zeit, um sich jedem Kind individuell zu widmen“, sagte Pooth.

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