• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Champignon wird zum Problempilz

16.10.2019

Hannover /Braunschweig Nach den Regentagen der vergangenen Wochen können Pilzsammler in Niedersachsen und Bremen auf volle Körbe hoffen. „Hallimasch gibt es derzeit jede Menge“, sagte der Pilzsachverständige Lukas Larbig aus Hannover. Auch die Stockschwämmchen sprießen demnach reichlich auf Wiesen und in Wäldern. Einige beliebte Speisepilzarten – darunter Pfifferlinge und Steinpilze – gebe es in diesem Herbst dagegen kaum. „Das hängt mit der Trockenheit der vergangenen zwei Jahre zusammen“, erläuterte Larbig. „Die Wälder leiden und ihre Fotosynthesefähigkeit auch.“ Die Bäume produzierten so weniger Zucker, den Pilzen fehle die Nahrungsgrundlage.

Nach dem Eindruck der Niedersächsischen Landesforsten (NLF) gibt es im Vergleich zu den sehr trockenen Vorjahren wieder mehr Pilze. Der Regen der vergangenen Wochen habe das Pilzwachstum sichtbar gefördert, sagte NLF-Sprecher Mathias Aßmann.

Die Werte der radioaktiven Belastung bei Pilzen im Land liegen nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums deutlich unterhalb der gesetzlichen Höchstwerte. Sie nähmen stetig ab.

Der Pilzsachverständige Larbig warnt aber vor anderen Gefahren und rät Sammlern derzeit, auf wilde Champignons zu verzichten. Essbare Arten, wie etwa der Wiesenchampignon, würden wegen der mit Nitrat belasteten Böden immer seltener, giftige Arten immer häufiger. Darüber hinaus seien einige essbare Champignonarten mit Schwermetallen belastet.

„Durch veränderte klimatische Bedingungen sind auch weitere giftige Champignonarten nach Norden zu uns eingewandert, die der Speisepilzsammler mit genießbaren Champignons verwechseln kann und die auch für Experten häufig nur mit dem Mi­kroskop bestimmbar sind“, warnt der Experte.

Die hiesigen Landesforsten raten generell zur Zurückhaltung beim Sammeln: Die Menge an Pilzen, mit denen Sammler den Wald wieder verlassen, sollte ein vernünftiges Maß haben.

Das Giftinformationszen­trum-Nord (GIZ) der Universitätsmedizin in Göttingen meldet für Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg in diesem Jahr bislang gut 483 Anfragen zu Pilzen. 2018 waren es etwa 340. „Wir warnen dringend davor, Pilze zu essen, die man einfach nicht kennt.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.