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NWZonline.de Nachrichten Politik

Corona In Niedersachsen Und Bremen: Öffentlicher Nahverkehr fährt nur langsam aus Krise

27.07.2020

Hannover /Bremen Die Verkehrsbetriebe haben heftig mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Zwar sind Busse und Bahnen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) inzwischen wieder deutlich stärker ausgelastet, aber die Corona-Krise beschert den Betrieben aufs Jahr gerechnet Einnahmeausfälle in Millionen-Höhe.

Auf dem Lockdown-Zenit brachen die Passagierzahlen je nach Stadt und Linie um 60 bis 90 Prozent ein, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Zwar entspannt sich mittlerweile die Lage – die Corona-Delle wird aber auch am Ende des Jahres deutlich zu spüren sein.

Mehr als zwei Millionen Euro Verluste in Oldenburg

Mit knapp über zwei Millionen Euro bezifferte Oldenburg die finanziellen Verluste im Halbjahr 2020 im Vorjahresvergleich. Ende März und im April hätten die Fahrgastzahlen lediglich bei 20 Prozent des Vorjahresniveaus gelegen, teilte die Verkehr und Wasser GmbH (VWG) mit. Mit den ersten Lockerungen im Mai und der Wiedereröffnung des Fahrerverkaufs sei dann ein leichter Anstieg vermerkt worden, sagte Sprecherin Jacqueline Päpke. Aktuell liegen die Werte noch bei etwa 60 Prozent im Verhältnis zum Vorjahr. Alle Busse verkehren in der Stadt wieder „normal“, mit Ausnahme des Nachtexpress. Dieser werde erst wieder eingesetzt, wenn das Nachtleben in Oldenburg wieder stattfinde.

Bremen: Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) etwa rechnet in diesem Jahr durch die Corona-Krise mit einem zusätzlichen Minus von 25 Millionen Euro. „Für das erste Halbjahr kann man dabei rund die Hälfte dieser Summe ansetzen“, sagte BSAG-Sprecher Andreas Hollinger. „Bei den Fahrgastzahlen gehen wir derzeit von einem Minus von 24 Millionen Fahrten im Jahr 2020 aus.“ 2019 gab es insgesamt 106 Millionen Fahrten.

Zu Hochzeit des Lockdown ging die Zahl der Fahrgäste in Bremen auf ein Drittel, auf einigen Linien sogar auf knapp zehn Prozent im Vorjahresvergleich zurück. Seitdem steigen die Fahrgastzahlen langsam kontinuierlich wieder an. „Vor dem Ferienbeginn Mitte Juli haben wir circa zwei Drittel des Vorjahresniveaus erreicht, auf einigen Linien aber auch fast 80 Prozent“, so Holling.

Hannover: In Hannover wird die Üstra vermutlich kommende Woche einige konkrete Zahlen vorlegen. „Wir fahren ja schon länger wieder im Regelfahrplan. Auf dem Höhepunkt des Lockdowns hatten wir rund zwei Drittel weniger Fahrgäste“, sagte Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Mittlerweile habe sich das wieder etwas stabilisiert. „Aber wir sind noch nicht wieder auf normalem Niveau.“ Normalerweise zählt die Üstra pro Jahr 175 Millionen Fahrgäste pro Jahr.

Wolfsburg: Die Wolfsburger Verkehrs-GmbH (WVG) hatten 2019 Jahr etwa 40 000 Fahrgäste pro Tag. „In der Krise ist das Fahrgastaufkommen zunächst deutlich zurückgegangen – bis zu 80 Prozent am Tiefpunkt“, sagte Sprecherin Petra Buerke. „Die Fahrgastzahlen haben sich in den letzten Wochen erholt.“ Immer noch liegen sie aber 40 bis 50 Prozent unter dem Vorjahr. Erst 2021 rechne die WVG wieder mit Erreichen des Normalniveaus.

Göttingen: Auch in Göttingen wurde zwischen Ende März und Ende April ein Fahrgastrückgang von bis zu 90 Prozent beobachtet. Derzeit gebe es noch keine genauen Zahlen, sagte Sprecherin Stephanie Gallinat-Mecke mit Blick auf die aktuelle Situation. „Aber wir schätzen die Fahrgastzahlen auf 50-60 Prozent des Vorjahresniveaus.“ Die unmittelbaren Einnahmeverluste liegen im 1. Halbjahr bei knapp 1,4 Millionen Euro.

Verkehrsbund: Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN), in dem über 30 kommunale und privatwirtschaftliche Verkehrsunternehmen des öffentlichen Schienen- und Straßenverkehrs miteinander vernetzt sind, teilte mit, dass von Januar bis Ende Mai der Barverkauf von Einzel- und Vierer-Tickets um 40 Prozent zurückging. Allein im Mai waren es 70 Prozent.

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