Hannover - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einem Truppenbesuch die Bedeutung der schnellen Nato-Eingreifkräfte unterstrichen. Für die Nato gehe es seit 2014 nicht mehr nur um Einsätze außerhalb des Bündnisgebietes wie in Afghanistan, sagte sie am Montag auf dem Manövergelände Munster in Niedersachsen. Die Sicherung des eigenen Gebiets sei wieder zur „herausragenden Aufgabe“ geworden.

Die Kanzlerin ließ sich vorführen, wie die Nato mit Flugzeugen und Panzern der VTIF (Very High Readiness Joint Task Force) auf eine Bedrohung ihres eigenen Territoriums reagiert. Die Eingreiftruppe soll als Nato-Speerspitze binnen zwei bis drei Tagen bereit sein, an einen Krisenherd verlegt zu werden.

Den Kern der Landstreitkräfte der 8000 Mann starken Brigade stellt 2019 und 2020 die deutsche 9. Panzerlehrbrigade in Munster. Außerdem gehören Soldaten aus Norwegen, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Litauen, Lettland und Tschechien zum Verband.

Merkel erinnerte an Russlands Vorgehen gegen die benachbarte Ukraine 2014, das Anlass für die Gründung der Truppe war. Russland hatte die Halbinsel Krim annektiert und unterstützt Separatisten in der Ostukraine. Dies hatte bei den Nato-Partnern in Osteuropa Befürchtungen ausgelöst. „Mit dem, was wir dort erlebt haben, ist eine neue Situation entstanden, die die Verteidigung des Bündnisses gebietet“, sagte Merkel.

In der Ukraine habe am Montag der neue Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Amt angetreten. Er sehe es als Hauptaufgabe, den Krieg im Osten des Landes zu beenden. Deutschland wolle gemeinsam mit Frankreich der Ukraine helfen, ihre territoriale Unversehrtheit zurückzugewinnen, versprach Merkel.