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NWZonline.de Nachrichten Politik

Althusmann gibt sich staatsmännisch

16.10.2017

Hannover Das Wahlziel, stärkste Kraft in Niedersachsen zu werden, ist verfehlt, dennoch sieht sich CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann nicht als Verlierer. Er hätte sich ein besseres Ergebnis gewünscht, sagt der 50 Jahre alte frühere Bundeswehroffizier und steht dabei kerzengerade auf der Bühne vor der Landtagsfraktion. „Aber ich sage ganz deutlich, in Sack und Asche gehen müssen wir überhaupt nicht.“ Seine Parteifreunde feiern ihn mit langem Applaus und „Bernie“-Rufen. Wie schon während des gesamten Wahlkampfes gibt sich der ehemalige niedersächsische Kultusminister staatsmännisch.

Deutlich wird, dass Althusmann Lust aufs Regieren hat - zumindest aufs Mitregieren. Zurück nach Afrika will er nicht. Nach der CDU-Wahlniederlage 2013 hatte der promovierte Pädagoge und Betriebswirt zweieinhalb Jahre das Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Namibia geleitet. Am Wahlabend spricht Althusmann davon, dass die Union einen „klaren Gestaltungsauftrag für Niedersachsen“ habe. Gleich bei zwei Auftritten nennt er seine Partei versehentlich die stärkste Kraft. Zum Schluss seiner kurzen Ansprache vor der CDU-Fraktion wünscht er allen Anwesenden „Gottes Segen“.

Der Pastorensohn aus der Nähe von Lüneburg trägt zwar den Spitznamen „Panzer“, aber dies mag wohl eher seiner Karriere bei der Panzertruppe der Bundeswehr und seiner kräftigen Statur geschuldet sein, nicht seinem Politik-Stil. Der 50-Jährige überließ in dem verkürzten Wahlkampf rüpelhafte Angriffe auf den politischen Gegner seinen Parteifreunden aus der CDU-Fraktion. Nach dem Übertritt der Grünen Elke Twesten zur CDU hatte Rot-Grün ihre Ein-Stimmen-Mehrheit verloren. Die Wahl wurde auf Oktober vorgezogen. An die CDU gerichtete Vorwürfe, dies sei eine Intrige gewesen, wies Althusmann stets empört zurück.

Erst im TV-Duell wenige Tage vor der Wahl schaltete der CDU-Herausforderer auf Angriff. Althusmann attackierte Ministerpräsident Weil giftig, vor allem beim Thema VW. Der Regierungschef ließ die Vorwürfe ungerührt an sich abperlen. Nach dem Duell, das bundesweit gelobt wurde, stiegen die Zustimmungswerte für den CDU-Mann wieder.

Welche Rolle wird der CDU-Chef aus der Nähe von Lüneburg in Zukunft in der Landespolitik übernehmen? Er werde sich als Fraktionschef bewerben, kündigte der Vater von drei eigenen und zwei Stiefkindern am Wahlabend an. „Politik ist Langstrecke.“

Bereits von 1994 bis 2009 gehörte der gebürtige Oldenburger der CDU-Landtagsfraktion in Hannover an. Dann war er erst Kultusstaatssekretär, danach von 2010 bis 2013 Kultusminister. Seine souveräne Amtsführung brachte ihm Anerkennung auch beim politischen Gegner ein. Dass sich seine Nachfolgerin, Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD), diverse Pannen leistete und es an Niedersachsens Schulen derzeit wegen Unterrichtsausfalls kräftig rumort, konnte Althusmann nicht für sich nutzen.

Möglicherweise lag das daran, dass er sich bei öffentlichen Auftritten meist an die allgemeinen Schlagworte seines Wahlprogrammes hielt. Auf den letzten Metern versuchte er noch mit einem „Bunte“-Interview, mehr Persönliches preiszugeben. Der Illustrierten erzählte der Politiker, dass er mit seiner Ehefrau Iris manchmal spätabends im Wohnzimmer tanzt. „Ihr Lebensmotto lautet: Ich möchte durch mein Leben tanzen. Das ist auch meines geworden“, gestand er. Geholfen hat“s offensichtlich nicht.

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