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NWZonline.de Nachrichten Politik

Waldsterben alarmiert die Landespolitik

12.07.2019

Hannover /Cloppenburg In manchen Teilen des Harz ist vom dichten Bergwald nichts mehr zu sehen: Auf Höhe Torfhaus strecken sich über Kilometer entlang der Bundesstraße kahle tote Stämme in den Himmel. Borkenkäfer haben den durch Sturm und Trockenheit gebeutelten Fichten das letzte Leben ausgesaugt. Und das mit Segen des Nationalparks: Denn statt der Nachkriegs-Fichten-Monokulturen sollen künftig Mischwälder das Schutzgebiet dominieren. Doch bis der neue Wald steht und Touristen lockt, dauert es noch Jahrzehnte, fürchtet Andreas Lehmberg, Vizechef des Harzer Tourismusverbands.

Die Gäste reagieren zunehmend verschreckt, zumal sich die Schäden immer weiter ausbreiten und längst auch bisher intakte Regionen weit außerhalb des Nationalparks erreicht haben. Selbst in Bad Lauterberg im südöstlichsten Zipfel Niedersachsens färben sich die ersten Bäume braun.

Und auch im westlichen Niedersachsen haben die Wälder mit diesen Problemen zu kämpfen – etwa der Eleonorenwald im Grenzbereich der Landkreise Emsland und Cloppenburg. Die Borkenkäfer sind fast zu einer Plage geworden: „So extrem wie aktuell war die Belastung durch die Käfer in meiner Zeit hier noch nie“, sagt Johannes Dierkes, der für die Arenberg-Meppen GmbH das Forstrevier im Auge behält und seit fast 20 Jahren im Dienst ist.

In den Wirtschaftswäldern versucht man zwar, die Käfer mit Fallen und dem Fällen betroffener Bäume zu bremsen. Doch Personal und Geld sind knapp, da die Probleme vor allem in Südniedersachsen groß sind und der Holzmarkt wegen des Überangebots fast zusammengebrochen ist.

Aus den schnell wachsenden Fichtenwäldern sollen Mischgehölze werden, wegen des erwarteten Klimawandels werden den heimischen Bäumen verstärkt Douglasien oder Feldahorne beigemischt: Der Wald der Zukunft soll Trockenheit und Hitzestress besser wegstecken. Denn es trifft längst nicht mehr nur die Fichte – eigentlich kommt kaum eine Baumart gut mit den Gegebenheiten zurecht.

Krisenmanagement und Waldumbau haben Folgen, auch in der Bilanz: 2018 hat der Landesbetrieb erstmals seit Jahren mehr Geld ausgegeben als verdient, gleichzeitig stieg die Zahl neu gepflanzter Bäume von vier auf fünf Millionen. Und nichts weist darauf hin, dass 2019 entspannter wird, im Gegenteil: In der Wurzeltiefe von 1,8 Metern ist es in vielen Wäldern so trocken wie lange nicht.

Auch in Hannover geht man davon aus, dass der Wald in Zukunft mehr Pflege braucht: Das Kabinett hat beschlossen, privaten Waldbesitzer jährlich 481 000 Euro zur Bewältigung von Ex­trem­wetterschäden zu geben. Die Waldschutzrichtlinie werde um Punkte wie klimaangepassten Umbau und Waldbrandprävention erweitert, 2020 sollen 12,2 Millionen Euro von Bund und Land dafür fließen. Auch der Bereich Waldbrandfrüherkennung soll 2020 und 2021 mit einer Million Euro gestärkt werden.

Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
Rufen Sie mich an:
0511/1612315
Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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