Hannover - Kein Frühschwimmen vor der Arbeit, kein Schwimmunterricht in der Schule, keine Wassergymnastik für Senioren und kein Treffen mit Freunden im Freibad: Wann die aufgrund der Corona-Pandemie geschlossenen Schwimmbäder in Niedersachsen wieder öffnen dürfen, ist ungewiss. Bis zum 3. Mai dauern die Beschränkungen der Bundesregierung auf jeden Fall. In Niedersachsen überbrücken Schwimmbäder die Zwangspause auf unterschiedliche Weise, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.
Oldenburg – Das Olantis Bad in Oldenburg hat eine Revision des Hallenbades, die für September angesetzt war, vorgezogen. Fugen wurden abgedichtet, Filter ausgetauscht, das Bad gründlich gereinigt. Überdies werde das Flussbad derzeit gereinigt, wie Pressesprecher Dennis Ströh sagte. Ein Teil der Mitarbeiter sei in Kurzarbeit.
Lüneburg – Dort sollen Mitarbeiter der Salztherme trotz geschlossenen Schwimmbades weiterhin beschäftigt bleiben. Sie helfen am städtischen Klinikum als Sicherheitsbeauftragte vor den Eingängen aus oder erledigen logistische Aufgaben. „Wir unterstützen am Klinikum, damit das medizinische Personal sich auf seine Arbeit konzentrieren kann“, sagte der Geschäftsführer des Erlebnisbades, Dirk Günther. Für einen Teil des Bades stehen bis 2021 Sanierungsarbeiten an. Den nutzbaren Teil möchte Günther aber auch zügig wieder öffnen. Das Ansteckungsrisiko beim Schwimmen mit ausreichend Abstand hält er für gering. Wichtig sei es, außerhalb des Wassers Hygienevorschriften einzuhalten und nur eine bestimmte Anzahl von Menschen reinzulassen.
Region Hannover – Im Stadionbad werden die Sanitäranlagen obdachlosen Menschen während der Schließzeit an vier Tagen der Woche zur Verfügung gestellt. „Viele Angebote fallen für Obdachlose wegen der Corona-Krise weg. Sie sollen diese Möglichkeit trotzdem angeboten bekommen“, sagte Stadtsprecher Udo Möller. Im besucherleeren Aqualaatzium in Laatzen bei Hannover werden die Wasserbecken geleert und derzeit Sanitärarbeiten durchgeführt. Die Krise ist auch dort stark zu spüren – umso mehr freut sich das Unternehmen über unterstützende Nachrichten von Kunden, die eintreffen.
Göttingen – In Göttingen gibt es ein Autokino am Freibad am Brauweg. Eigentlich war wie im vergangenen Jahr ein Open-Air-Kino auf den Freibadwiesen geplant. „Wir haben das Open-Air-Kino aus dem Freibad auf den gegenüberliegenden Parkplatz als Autokino umfunktioniert, sodass wir das Angebot der Unterhaltung aufrecht erhalten konnten“, sagte der Geschäftsführer des Göttinger Badeparadieses, Andreas Gruber. Die Hoffnung sei aber groß, am 1. Juni für Wasserliebhaber wieder öffnen zu dürfen.
