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NWZonline.de Nachrichten Politik

Der gute alte Geldkoffer hat jetzt ausgedient

04.10.2019

Hannover Sie legen mit Viren die Rechner von Kliniken und Unternehmen lahm. Sie drohen Privatmenschen per Mail damit, Intimes offenzulegen, indem sie den angeblich per Handy- oder Computerkamera gefilmten Besuch von Internet-Pornoseiten öffentlich machen. Sie legen ganze Stadtverwaltungen lahm, wie kürzlich in Neustadt am Rübenberge. Gemeint sind Cyberkriminelle, die im Internet mit ihrer schädlichen Software ihr Unwesen treiben und versuchen, Geld zu erpressen – Zahlung nicht in bar, sondern anonym und verschleiert in Digitalwährungen.

Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza sagt dazu: „Cyberangriffe auf Krankenhäuser oder Verwaltungen sind eine reale Bedrohung für uns alle. Auch bei dieser Form von Kriminalität geht es am Ende fast immer um Geld. Der von der Polizei auf einer Parkbank abgestellte Geldkoffer, den sich der Erpresser dann abholt, spielt dabei keine große Rolle mehr. Lösegeldforderungen oder Geldwäsche werden heute häufig in Bitcoin abgewickelt.“ Umso wichtiger sei es, dass die niedersächsischen Staatsanwaltschaften über Strukturen verfügten, sogenannte Kryptowährungen zu beschlagnahmen und zu verwerten. „Damit treffen wir Cyberkriminelle dort, wo es weh tut: beim Geld“, erklärt die CDU-Politikerin und schlägt gleichzeitig vor, an den Gerichten auf Internetkriminalität spezialisierte Kammern einzurichten. „Es kann nicht sein, dass ein Gericht dem Angeklagten hinterherhinkt.“

Unterdessen profitiert das Land Niedersachsen finanziell zunehmend von der Verwertung beschlagnahmter virtueller Währungen wie dem Bitcoin. Im laufenden Jahr wurden nach Angaben des Justizministeriums bis Ende August rund 650 000 Euro eingenommen – von 2010 bis 2018 waren es dagegen insgesamt nur rund 410 000 Euro.

Kryptowährungen – verschlüsseltes, digitales Geld – sind nicht automatisch illegal, sondern können ganz legal genutzt werden, etwa für Pizzabestellungen im Internet. Sie gelten aber auch als Hauptzahlungsmittel illegaler Plattformen. Am verbreitetsten ist der Bitcoin, gefolgt von Ether und Ripple.

Kryptowährungen unterliegen teilweise heftigen Kursschwankungen. So hatte sich der Wert von 64 Bitcoin, die die Staatsanwaltschaft Berlin 2017 beschlagnahmt hatte, binnen Monaten von 76 000 Euro auf mehr als 700 000 Euro fast verzehnfacht.

Nach Einschätzung des Justizministeriums wird die Bedeutung virtueller Währungen weiter zunehmen. Je höher der Verbreitungsgrad einer Digitalwährung, desto relevanter werde dies auch für die Strafverfolgung, zumal die Frage der Anonymisierung im Zahlungsverkehr noch nicht ausreichend geklärt sei.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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