Hannover - In Niedersachsen haben die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen seit Anfang Dezember zugenommen. „Bestimmte Städte ragen dabei nicht heraus, wenngleich die Städte hoher Einwohneranzahl gegenüber ländlichen Gebieten erwartungsgemäß einen Schwerpunkt darstellen“, sagte die Sprecherin des Innenministeriums, Svenja Mischel. Dabei zeichnet sich ein bundesweiter Trend ab. Nahezu alle Bundesländer registrieren einen Anstieg bis hin zu einer Verdreifachung der Demonstrationen und der Teilnehmerzahlen, wie aus einer Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den zuständigen Behörden hervorgeht.
In Niedersachsen hat sich Mischel zufolge die Zahl der Teilnehmenden seit Oktober sukzessive erhöht. So registrierte die Polizei im Oktober durchschnittlich rund 50 Teilnehmende je Versammlung, im November waren es 85 und im Dezember bislang etwa 120. Allerdings variierten die Zahlen stark, überwiegend bewegten sie sich zwischen zehn und 250 Teilnehmenden. Einzelne Kundgebungen hätten weit überdurchschnittlichen Zulauf, etwa in Osnabrück, wo sich Anfang Dezember 1.200 Demonstrierende versammelt hätten, Mitte des Monats sogar 2.300.
Dabei habe die Größe der Versammlung keine eindeutige Auswirkung auf deren Verlauf. Unabhängig von der Zahl der Teilnehmenden habe es Verstöße gegen Auflagen, wie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung oder das Abstandsgebot gegeben sagte Mischel. Zudem seien gefälschte Atteste zur Befreiung von der Masken-Pflicht vorgelegt worden.
