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NWZonline.de Nachrichten Politik

Ehrenamt: Rückzug aus Elternrat wirft Fragen auf

09.11.2019

Hannover Mit großer Betroffenheit haben verschiedene Verbände und auch Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) auf den Rückzug Mike Finkes aus dem Landeselternrat (LER) Niedersachsen reagiert. Völlig überraschend hatte der Familienvater aus Uelzen in dieser Woche in einem Informationsblatt des LER erklärt, sein Amt als Vorsitzender mit sofortiger Wirkung niederzulegen. Finke begründete seinen Schritt mit rohen Umgangsformen und schrieb: „Sich in diesem Ehrenamt einzubringen und sich den vielfältigen Aufgaben zu stellen, bedeutete zwar sehr viel Arbeit – diese habe ich aber gern auf mich genommen. Das positive Feedback war stets auch Ansporn. Aber bekanntlich hat alles Grenzen und diese Grenze ist spätestens erreicht, wenn Hass, Hetze, Verleumdungen und Beschimpfungen ein hinnehmbares Maß überschreiten. Letzteres bin ich nicht mehr bereit, hinzunehmen.“

Finke hatte im Sommer Diskussionen ausgelöst, indem er vor dem Hintergrund des Lehrkräftemangels an Pädagogen appellierte, ihren Beruf positiver zu sehen. „Das ist auch selbst gemachtes Leid: Das ständige Klagen über zu viel Arbeit für zu wenig Geld schreckt Abiturienten ab, sich für den Beruf zu entscheiden“, hatte Finke in einem Interview gesagt.

Persönliche Angriffe

Im Gespräch mit unserer Zeitung betonte Finke ausdrücklich, dass es nicht die Reaktionen auf dieses Interview gewesen seien, die ihn zu seinem Rücktritt veranlasst hätten. Er könne gut mit inhaltlicher Kritik umgehen und schätze den politischen Diskurs. „Das Interview hat nicht den Ausschlag gegeben“, sagte Finke. Vielmehr gehe es um persönliche Diffamierungen, ergänzte der 42-Jährige, wollte sich zu den genauen Gründen aber nicht äußern.

Reaktionen auf den Rücktritt legen unterdessen die Vermutung nahe, dass auch Umgangsformen innerhalb des Landeselternrates Finke zu seinem Rückzug bewogen haben könnten. „Der aktuelle Anlass lässt darauf schließen, dass es selbst im ehrenamtlichen Kampf in guter Sache, der Elternarbeit, zuviel Gegeneinander statt Miteinander zu geben scheint. Wie sonst lässt sich erklären, dass sich Mike Finke gezwungen sah, sein Amt niederzulegen?“, fragt etwa Kamilla Schönig im Namen der Schulelternräte der Samtgemeinde Hemmoor (Landkreis Cuxhaven). In einem offenen Brief, der unserer Zeitung vorliegt, deutet Schönig zudem interne Querelen an: „Wenn man berücksichtigt, mit welchem Herzblut sich Herr Finke seiner Arbeit widmet, wird einem schnell bewusst, welch massivem Druck und Gegenwind er ausgesetzt gewesen sein musste, um diesen Entschluss zu fassen. Schlimmstenfalls aus den eigenen Reihen.“ Unterstützt wird der offene Brief aus Hemmoor vom Schulelternrat der KGS Bad Bevensen (Kreis Uelzen), die Kinder der Familie Finke seit einigen Jahren besuchen.

Elternrat zurückhaltend

Während Kultusminister Tonne den Rückzug Finkes „außerordentlich bedauert“ und Horst Audritz als Vorsitzender des Philologenverbandes, der Berufsvertretung der Gymnasiallehrer also, von „großer Betroffenheit“ spricht, erklärte der stellvertretende LER-Vorsitzende Gerald Kühn am Freitagnachmittag schriftlich, dass das Thema „Hass und Hetze im Zusammenhang mit dem Landeselternrat“ viele Fragen offen lasse, die zunächst intern „gründlich zu klären“ seien. „Es gilt, das Ansehen des Landeselternrates zu wahren“, betont Kühn und schließt seine Mitteilung mit einer nüchternen Würdigung seines Ex-Mitstreiters: „Die Verdienste von Herrn Finke für den Landeselternrat bleiben darüber hinaus unangetastet.“

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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