HANNOVER/FEDDERWARDERSIEL - Die Krabbenfischer zweifeln die Aussagekraft von Peilungen an. Auch halten sie Einschätzungen der Experten für widersprüchlich.

Von Horst Lohe

Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) hat am Montag in einem Gespräch mit Fischern, Butjadinger Kommunalpolitikern und den Landtagsabgeordneten Ina Korter (Grüne), Klaus Rickert (FDP) und Björn Thümler (CDU) verabredet, weiter im Gespräch zu bleiben über die Sicherung der Zufahrt zum Kutterhafen Fedderwardersiel.

Wie die NWZ Montag vom Sprecher des Ministers, Andreas Beuge, weiter erfuhr, soll die komplizierte Problemlage der Verlandung in diesem Sommer in Butjadingen bei einem Fachgespräch unter Hinzuziehung von Experten näher erörtert werden. Dabei solle versucht werden, die Interessen auszugleichen, so der Pressesprecher.

Nach Informationen der NWZ ist Minister Hirche nicht bereit, gegen den erklärten Rat der Experten der Forschungsstelle Küste (Norderney) Geld auszugeben für Wasserbaumaßnahmen, die letztlich nichts bringen außer den Landesrechnungshof auf den Plan zu rufen. Walter Hirche will diesen Expertenrat aber überprüfen und setzt auf das Gespräch im Sommer in Butjadingen.

Sechs Fedderwardersieler Fischer haben an dem Gespräch im Ministerium teilgenommen. Der Minister hatte mit dieser Unterredung die Zusage eingelöst, die er bei einem Gespräch in Burhave eine Stunde vor der Feier zur Eröffnung der Nordsee-Lagune am 12. April den Fischern gegeben hatte (die NWZ berichtete).

Was ist aus Sicht der Fischer beim Gespräch am Montag herausgekommen. Ihr Sprecher Dirk Schmidt Montag auf Anfage der NWZ : „Wie immer nicht so viel. Minister Hirche schiebt das Problem vor sich her.“

Der Wirtschaftsminister habe auf Peilungen verwiesen, wonach sich die Verlandung nicht wesentlich verschlechtert habe. Fischer Dirk Schmidt: „Wir machen aber täglich andere Erfahrungen. Wenn Verbesserungen eintreten, dann nur kurzfristig, minimal und keineswegs wesentlich. Im nächsten Monat kann es schon wieder anders sein. Auf Dauer wird es immer schlechter.“

Nicht nachvollziehbar für die Fischer sei auch, dass die Experten, nachdem sie sich ebenfalls für Wasserbaumaßnahmen ausgesprochen hätten, „auf einmal einen anderen Weg einschlagen.“

Gleich nach dem Gespräch in Hannover meldete sich am Montag die Grünen-Landtagsabgeordnete Ina Korter aus Nordenham zu Wort. Sie bewertete das Gesprächsergebnis als „sehr unbefriedigend“.

Der Minister habe, so Ina Korter, nicht erklären können, warum der von den Grünen und von den Fischern seit langem geforderte Bau der so genannten Wega-Rinne stolze zwölf Millionen Euro kosten soll und die jährlichen Folgekosten dieser Wasserbaumaßnahme 2,3 Millionen Euro ausmachen sollen. „Das fand ich heftig“, so Ina Korter.

Die Grünen-Abgeordnete fordert einmal mehr, dass noch vor der Landtagswahl im Januar 2008 Wasserbaumaßnahmen im Wattenmeer vor Fedderwardersiel realisiert werden. Sie kündigte weitere Initiativen der Grünen an: „Wir bleiben dran.“