HANNOVER - An den Demonstrationen beteiligen sich 8000 Ärzte. Verbände warnen vor schlechterer Versorgung der Patienten.

Von Marco Seng,

Redaktion Hannover

HANNOVER - Aufstand gegen die Gesundheitsreform: Viele niedersächsische Ärzte wollen am Montag aus Protest gegen die Pläne der Bundesregierung ihre Praxen schließen oder nur eingeschränkt arbeiten. Zu einer Kundgebung in Hannover werden mehr als 1600 Mediziner erwartet. Ärzteverbände rechnen damit, dass sich in Niedersachsen 8000 Ärzte an dem bundesweiten Protesttag beteiligen. Auch Apotheken und Krankenhäuser wollen am 4. Dezember nur mit einer Notversorgung arbeiten.

„Das ist das dümmste und widersinnigste Gesetz, dass ich in meinem 30-jährigen Berufsleben erlebt habe“, sagte der Vizechef der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Volker Steitz, in Hannover. Die Patienten müssten durch die Reform mit schlechterer Versorgung, längeren Wartezeiten und Klinik-Schließungen rechnen. Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft sieht ein Drittel der Kliniken bedroht. Die KVN rechnet mit weiteren Protesten. Niedersachsens Gesundheitsministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) signalisierte den Ärzten Gesprächsbereitschaft. „Oberstes Ziel der Gesundheitsreform muss sein, die Leistungsfähigkeit unseres auch international anerkannten Gesundheitssystems zu bewahren“, sagte sie der NWZ .