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NWZonline.de Nachrichten Politik

Lehrerbelastung – Druck auf Minister Tonne steigt

29.05.2019

Hannover Die Arbeitsbelastung von Lehrkräften wird zum Thema an Schulen: Für den 12. und 13. Juni sind auf Initiative der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Personalversammlungen an Schulen angesetzt. Damit erhöht die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth den Druck auf SPD-Kultusminister Grant Hendrik Tonne.

Die Belastung der Lehrer ist seit Jahren Thema in der Landespolitik. 2016 hatte die GEW mit einer eigenen Studie massenhafte unbezahlte Überstunden diagnostiziert. Doch geliefert hat die Politik seitdem zu wenig, findet Pooth. Zwar stellte Tonne eine Schulgesetznovelle vor, nach der Lehrkräfte nicht mehr zu Konferenzen müssen, wenn die sich nur um einen Schüler drehen, den die Lehrkraft nicht unterrichtet.

Die Novelle ist Teil eines Elf-Punkte-Entlastungspakets, welches der Minister im Januar angekündigt hat. Seitdem wurden Fachkonferenzen reduziert und die Pflichtteilnahme an den bundesweiten Vergleichstests Vera 3 und Vera 8 gestrichen. Pooth ist das zu wenig. „Der Plan bringt nicht die zeitliche Entlastung, die wir eigentlich bräuchten.“

Am Montag hatte das Kultusministerium den Plan im „Forum Eigenverantwortliche Schule“ vorgestellt. Dass weder Minister Tonne noch seine Staatssekretärin teilnahmen, irritierte die Verbandschefs. Der SPD-Politiker verwies darauf, dass es bei den Forum-Veranstaltungen keine Ministergarantie gebe, zudem sei sein Ressort mit kompetenten Mitarbeitern vor Ort gewesen.

Tatsächlich fällt die Irritation in eine Zeit, in der es zwischen Lehrerverbänden und Landespolitik knirscht: Die Verbände fordern angesichts voller Kassen ein Zurück zum Weihnachtsgeld und mehr Mittel für Schulen. Rot-Schwarz bremst mit Blick auf maue Steuerschätzungen. Und es gibt die Frage nach einer Lehrer-Mindestbesoldung von A13. Eine Landtagspetition fand stolze 31 518 Unterstützer, voraussichtlich im Herbst kommt es zur öffentlichen Anhörung.

Weil andere Bundesländer wie Bremen auf Mindest-A13 umgesattelt haben, droht Niedersachsen Pooth zufolge zum kommenden Schuljahr ein dramatischer personeller Aderlass: „Bei vielen Versetzungsanträgen geht es nicht um Familienzusammenführung, sondern um bessere Besoldung in anderen Ländern“, warnt sie. Die Lage könne sich zuspitzen: „Viele an andere Schulen abgeordnete Gymnasiallehrer werden wegen des doppelten Abi-Jahrgangs zurückkehren, was die Situation verschlimmert. Am 1. August könnte es richtig knallen.“

Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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