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NWZonline.de Nachrichten Politik

Keine Neuen Dieselbahnen: Niedersachsen setzt auf Hybrid- und Wasserstoffzüge

10.03.2020

Hannover Um den Klimaschutz auch auf der Schiene voranzubringen, will Niedersachsen auf den Kauf neuer Dieselzüge verzichten. Für Strecken ohne elektrische Oberleitung werde der Einsatz von Zügen mit Wasserstoff- beziehungsweise Batterietechnik geprüft, teilte die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Hannover mit. Ausgedehnt werden soll der Einsatz von Wasserstoffzügen zunächst im Norden, wo die Züge seit 2018 im Testbetrieb Bremervörde, Cuxhaven, Bremerhaven und Buxtehude verbinden. Ab 2022 sollen in dem 100 Kilometer langen Netz 14 der Wasserstofftriebwagen zum Einsatz kommen.

Neben Elektrozügen verfügt die LNVG derzeit über 126 Dieseltriebwagen sowie acht Dieselloks mit 38 dazugehörigen Doppelstockwagen. Die wirtschaftliche Lebensdauer der Dieselfahrzeuge von 30 Jahren läuft nach und nach aus – bis etwa 2045. Die Züge werden im Auftrag der LNVG im Regionalverkehr eingesetzt, die Deutsche Bahn und andere Regionalbahnunternehmen sind in Niedersachsen aber auch mit eigenen Zügen unterwegs.

„Wir arbeiten bereits an der Konzeption für weitere Strecken, auf denen wir Dieseltriebzüge ersetzen werden“, sagte LNVG-Sprecher Dirk Altwig. „Zunächst ist zu klären, ob hier mittel- oder langfristig eine Elektrifizierung mit Oberleitung ansteht, das ist immer noch auf lange Sicht gesehen der effizienteste Energieeinsatz.“ Bereits in Vorbereitung ist die Elektrifizierung der Strecke von Oldenburg nach Wilhelmshaven, geplant ist sie ebenfalls zwischen Stade und Cuxhaven, Lüneburg und Lübeck sowie Hildesheim und Hameln.

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Hybridzüge, die sowohl mit Strom aus der Oberleitung als auch per Batterie auf nicht-elektrifizierten Abschnitten fahren können, sind laut LNVG interessant für Strecken, wo kurze Oberleitungslücken überbrückt werden müssen. „Es muss eine ausreichende Möglichkeit zum Nachladen geschaffen werden oder vorhandene Oberleitungsabschnitte müssen genutzt werden“, erklärte Altwig. „Entscheidend für die Einsatzmöglichkeiten ist die Reichweite solcher Fahrzeuge.“ Noch sind Hybridzüge in Deutschland nicht im regelmäßigen Betrieb.

Das nächste Netz, bei dem sich die Frage nach dem Ersatz von Dieseltriebzügen stellt, ist das Weser-Ems-Netz zwischen Wilhelmshaven, Oldenburg und Osnabrück. Es wird voraussichtlich 2026 neu vergeben werden, teilte die LNVG mit. Derzeit werde das künftige Angebotskonzept untersucht. Geprüft wird unter anderem, ob die Züge alle 30 Minuten statt bisher stündlich pendeln: „In diesem Zusammenhang prüfen wir auch, welche Antriebsform als Alternative zum Dieselantrieb zum Einsatz kommen kann.“

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