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NWZonline.de Nachrichten Politik

„Satz heiße Ohren gehört dazu“

10.11.2018

Hannover Schulthemen bewegen die Menschen. Das hat die große Resonanz auf unsere Aktion „Der direkte Draht“ mit Kultusminister Grant Hendrik Tonne bestätigt. Wir haben dem Minister einige Leser-Fragen gestellt und erstaunlich offene Antworten erhalten – auch auf die Frage, ob es eigentlich Spaß macht, im Dauerfeuer der Kritik zu stehen. Sein Arbeitsvertrag beinhalte die Gefahr, „gelegentlich einen Satz heiße Ohren zu kriegen“, scherzte Tonne.

Andreas Jacob, Huntlosen, und Gudrun Loeken, Saterland: Warum verdient ein Lehrer in Sachsen deutlich mehr Geld als in Niedersachsen?

Ich kann für Niedersachsen sagen, dass wir uns sehr klar zum Ziel gesetzt haben, bei der Besoldung zu Verbesserungen zu kommen. Wir haben in diesem Jahr einen ersten wichtigen Schritt gemacht, nämlich die bessere Besoldung von Grundschulleitungen und daran wollen wir anknüpfen mit dem Ziel, dass es in zwei, drei Jahren auch aus finanziellen Gründen attraktiv ist, als Lehrer in Niedersachsen zu arbeiten.

Wilma Bitter, Jaderberg: Warum werden Referendare nicht flexibel eingesetzt. Es gibt Seiteneinsteiger, die gefördert werden und auf der anderen Seite sind fertig ausgebildete Pädagogen/Referendare arbeitslos?

Wir haben für diejenigen, die aus den Studienseminaren herauskommen, eine Einstellungsgarantie. Das heißt also, wir haben Stellen für all diejenigen, die ihre Ausbildung in den Studienseminaren beenden.

BILD: Hollemann

Fragen an Umweltminister Lies einreichen

In unserer Reihe „Der direkte Draht“ haben Sie das Wort. Mailen Sie Ihre Fragen einfach an unseren Landeskorrespondenten Lars Laue (lars.laue@nwzmedien.de). Wolfsrisse, dicke Luft in unseren Städten oder Erneuerbare Energien: Ab sofort können Sie uns Ihre Fragen an den niedersächsischen Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Olaf Lies aus Sande (Kreis Friesland), schicken. Wir wählen aus den Einsendungen Fragen aus, stellen sie dem 51-jährigen SPD-Politiker und veröffentlichen die Antworten in Ihrer NWZ.

Zum anderen legen wir sehr großen Wert darauf, dass die Qualität hochgehalten wird. Sowohl im Studium als auch danach im Vorbereitungsdienst ist man halt auf die Fächer spezialisiert, die man studiert hat. Wir wollen eine hohe Qualität und legen daher großen Wert auf eine gute und fundierte Ausbildung.

Lehrerin Insa Hörnle, Jever: Warum werden Überstunden des Arbeitszeitkontos von Lehrkräften nicht ausbezahlt?

Wir haben in diesem Jahr eine intensive Debatte darüber gehabt, wo wir flexible Lösungen anbieten können mit dem Ziel, eine bestmögliche Unterrichtsversorgung zu erreichen. Dabei gibt es nicht nur die eine richtige Lösung, sondern das ist ein Baukasten aus mehreren Elementen. Bei der angesprochenen Frage bin ich ausdrücklich offen dafür, es zu ermöglichen, Überstunden finanziell abzugelten. Dieser Punkt wird gerade hochaktuell diskutiert, wir schauen mal, wie sich das entwickelt. Offen bin ich dafür auf jeden Fall.

Ex-Grundschulleiterin Karin Rohde, Hude: Grundschullehrkräfte haben die höchste Unterrichtsbelastung – wie wollen Sie für Grundschullehrkräfte Ausgleich und Anerkennung schaffen?

Wir müssen uns sehr schnell darüber verständigen, wie wir Aufgaben, die in den vergangenen Jahren zunehmend auf Lehrkräfte verlagert worden sind, umverteilen können. Wir haben vergangene Woche die Ergebnisse der Arbeitszeitkommission bekommen mit dem zentralen Ergebnis, dass Lehrkräfte zu viel arbeiten und zu hoch belastet sind. Ich habe daraus für mein Haus folgende Konsequenz gezogen: Jedes Referat hat Streichlisten vorzulegen von Arbeiten, die momentan in Schulen erledigt werden, die wir aber entweder streichen oder an andere Stellen verlagern können, um kurzfristig insbesondere auch im Grundschulbereich Entlastung zu schaffen.

Grundschullehrerinnen Katje und Gunda von Danckelman, Oldenburg: Vor 50 Jahren hatten viele Schüler Angst, von Lehrern geschlagen zu werden. Heutzutage befürchten viele Lehrer, dass sie von Schülern geschlagen werden. Was kann dagegen getan werden?

Wenn wir uns über die Frage von Attraktivität unterhalten, geht es häufig um Besoldung und Belastung. Aber die Frage von Wertschätzung ist eine mindestens genauso bedeutende Frage. Beim Thema Gewalt an Schulen vertrete ich eine Null-Toleranz-Politik. So etwas darf dort nicht toleriert werden. Wenn es zu Vorfällen kommt, sind diese strafrechtlich zu verfolgen. Ob Schüler oder Lehrkräfte – jeder hat zu Recht den Anspruch, sich in der Schule sicher fühlen zu können.

Wilfried Schneider, Helene-Lange-Schule, Oldenburg: Wie wollen Sie Vertrauen der Lehrer zurückgewinnen, wenn Sie ihnen weitere Belastungen wie den neuen Erlass zur beruflichen Orientierung ohne Ausgleich aufbürden?

Die berufliche Orientierung hat schon immer stattgefunden, wir haben sie jetzt auf andere Füße gestellt, indem wir sagen, dass auch an den Gymnasien und Gesamtschulen die berufliche Orientierung nicht rein auf das Hochschulstudium fixiert sein soll. Die Schulen haben ein hohes Maß an Flexibilität, diesen größeren Spielraum der beruflichen Orientierung in die Tat umzusetzen. Ich glaube, dass die Belastung unterm Strich sehr moderat, der Nutzen aber andererseits sehr hoch ist.

Lars Laue
Korrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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