Hannover - Die Stornierung von Impfterminen ist in Niedersachsen nun wieder problemlos möglich. Die Probleme beim Impfportal des Landes seien mittlerweile behoben, sagte die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, am Dienstag in Hannover. Das Land bittet darum, den Termin im Impfzentrum zu stornieren, wenn der Hausarzt schon gegen Covid-19 geimpft hat.
Bei der großangelegten Impfaktion in der Wesermarsch am Wochenende hatten knapp 200 Menschen ihre Termine im Impfzentrum nicht wahrgenommen, weil einige bereits bei ihren Hausärzten geimpft worden waren.
So funktioniert’s: Stornieren des Impftermins
Im Internet unter www.impfportal-niedersachsen.de den Punkt „Termin/Warteplatz stornieren“ anklicken. Dann erhalten die Nutzer einen Code auf ihr Mobil- oder Festnetztelefon. Eine Stornierung ist auch möglich über die Impf-Hotline 0800/9988665. Sie ist allerdings oft schwer zu erreichen.
Stornierte Termine werden automatisch an andere Impfwillige auf der Warteliste vergeben. Diese „Börse“ im Hintergrund werde gut angenommen, sagte der Leiter des Krisenstabs, Heiger Scholz.
Überlastete Hotline und Webseite
Seit Montag können sich Impfwillige, die 60 Jahre und älter sind, sowie weitere Berechtigte der Priorisierungsgruppe 3 für eine Impfung mit Astrazeneca auf die Warteliste setzen lassen. Doch Hotline und Impfportal hielten anfangs dem Ansturm nicht stand. In Spitzenzeiten seien bis zu 1100 Zugriffe pro Sekunde verzeichnet worden, so Schröder. Das System kann nach Angaben des technischen Dienstleisters, der Firma Majorel, 300.000 Termine pro Stunde vergeben. Die Service-Hotline, für die 800 Mitarbeiter tätig seien, schaffe etwa 40.000 Gespräche und Buchungen pro Tag. Bis Ende Mai soll die Zahl der Mitarbeiter auf 950 aufgestockt werden.
In Niedersachsen haben knapp ein Viertel der Menschen bereits eine Impfung gegen Covid-19 erhalten. Die Impfbereitschaft sei „erfreulich hoch“, sagte Scholz. Allein über Impfportal und Hotline seien rund 1,3 Millionen Impflinge mit einem Termin versorgt worden. Etwa 430.000 standen am Dienstag noch auf der Warteliste.
Zehn Prozent ausgefallen
Um im Ländervergleich aufzuholen, hatte Niedersachsen am vergangenen Wochenende rund 75.000 Menschen in den 50 Impfzentren des Landes geimpft. Allerdings hätten rund zehn Prozent der Impfwilligen den Termin verfallen lassen, räumte Schröder am Dienstag ein. Die Impfdosen seien aber nicht verfallen.
