Hannover - Auch Niedersachsens Innenministerium kann Action: Einen Werbespot, der Serien wie „Chicago Fire“ oder „Notruf L.A.“ in nichts nachsteht, präsentierte Ressortchef Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch in Hannover bei der „Interschutz“, der Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz. Die beiden Hauptdarsteller Vanessa Schramm (34) und Jan-Eric Loy (51), beide in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, brachte er gleich mit. Der Imagefilm soll Ehrenamtliche zur Feuerwehr locken.
Dabei sind die Zahlen für den Brand- und Katastrophenschutz, die Pistorius und Landesbranddirektor Jörg Schallhorn auf der Messe vorstellten, gut. Die Mitgliederzahl in den Freiwilligen Wehren in Niedersachsen stieg um 1138 auf insgesamt 129 845 Einsatzkräfte. Es gibt 17 752 Feuerwehrfrauen (13,8 Prozent). Allerdings sank die Zahl der Ortswehren um 26 auf 3193.
Die Einsätze
Insgesamt mussten die Feuerwehren 2021 zu 97 079 Einsätzen ausrücken. Das ist ein Rückgang von 275 Einsätzen im Vergleich zum Jahr 2020. Lediglich bei die „blinden Alarmierungen“ stiegen um 777 auf 14 658. Man könne erkennen, dass die Rauchmelderpflicht immer besser umgesetzt werde, so Pistorius. Die technischen Hilfeleistungen sanken auf 53 631 (minus 319).
Die Ausbildung
In der Corona-Krise habe es auch Kontaktbeschränkungen für die Feuerwehren gegeben. Die Ausbildung war nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Die Bugwelle werde nun abgebaut. Gleichzeitig gibt es ein Lehrangebot mit digitalen Formaten. Die Kapazitäten des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) sollen weiter ausgebaut werden. In Loy (Ammerland) entsteht für 4,3 Millionen Euro ein neues Unterkunftsgebäude mit 40 Einzelzimmern, sagte Schallhorn auf Anfrage.
Neue Struktur
Zum Januar 2021 wurde das NLBK mit drei Liegenschaften in Loy, Celle-Scheuen und Celle Bremer Weg eingerichtet. Als neuer Präsident fungiert Mirko Temmler, der unter anderem als Leiter des „Kompetenzzentrums Großschadenslagen“ im Innenministerium bei der Bewältigung der Corona-Pandemie Verantwortung übernommen hatte. Wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, aber vor allem durch die Auswirkungen des Klimawandels, stärkt das Land den Katastrophenschutz mit Investitionen in Höhe von 40 Millionen Euro. So werden etwa 16 Spezialfahrzeuge für Einsätze bei Waldbränden beschafft, so Schallhorn. Sie sollen vordringlich an Wehren in der Lüneburger Heide oder im Harz gehen. Und was wünschen sich die Hauptdarsteller des Imagefilms für die Feuerwehr? „Mehr Anerkennung und Unterstützung“ sagte Loy.
