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NWZonline.de Nachrichten Politik

Ministerpräsident Mahnt Zur Vorsicht: Maskenpflicht in Läden – Weil und Althusmann uneins

06.07.2020

Hannover In der niedersächsischen Landesregierung gibt es unterschiedliche Auffassungen über die weitere Notwendigkeit einer Maskenpflicht im Einzelhandel. Während sich Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Sonntag für eine baldige freiwillige Regelung zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes beim Einkaufen aussprach, rief Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zu Vorsicht auf.

„Aus meiner Sicht sollten wir die strikte Maskenpflicht im Einzelhandel in den kommenden Monaten in eine Empfehlung umwandeln, wenn das Infektionsgeschehen dies zulässt“, sagte Wirtschaftsminister Althusmann ähnlich wie andere Länderminister angesichts der derzeit geringen Zahl der Corona-Neuinfektionen der „Welt am Sonntag“. Die Maskenpflicht signalisiere eine Gefahr, die es wegen der im Handel weiterhin bestehenden Abstandsregeln nicht gebe. Althusmann wies auch darauf hin, dass die Geschäfte im Einzelhandel längst noch nicht wieder so liefen wie vor der Corona-Pandemie.

In der Staatskanzlei stießen die Aussagen Althusmanns nicht auf Zustimmung: „Der Ministerpräsident ist nach wie vor der Auffassung, dass wir sehr vorsichtig sein müssen im Umgang mit dem Corona-Virus. Gerade der Herbst wird nach Prognose vieler Wissenschaftler eine Bewährungsprobe für den Infektionsschutz werden. Wir dürfen uns deswegen nicht vorschnell in Sicherheit wiegen wegen geringer Infektionszahlen im Sommer“, erklärte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Bund und Länder hätten erst vor kurzem an den bestehenden Regelungen insbesondere auch zur Maskenpflicht festgehalten. „Einstweilen werden wir dabei bleiben müssen“, so Pörksen.

Ähnlich wie Althusmann stellte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) ein Ende der Maskenpflicht in Aussicht und kündigte schon einen konkreten Zeitpunkt dafür an: „Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Er gehe davon aus, dass die Landesregierung in Schwerin in ihrer Sitzung am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen werde.

Glawe kündigte Gespräche mit seinen Kollegen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. „Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen. Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel“, sagte er. Bremen wolle über den Fortbestand der Pflicht im Senat diskutieren, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke).

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene sprach sich gegen eine Aufhebung der Maskenpflicht im Einzelhandel aus. „Ich persönlich sehe das als schwierig an“, sagte Martin Exner am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Zwar sei Deutschland derzeit in einer günstigen Lage, allerdings sei unklar, ob die Situation so bleibt.

dpa/teb

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