Hannover - Ein digitales Verkehrsmanagement soll dazu führen, dass Autofahrer in Niedersachsen seltener im Stau stehen. Das Land setzt dafür auf die Navigationstechnologie NUNAV, die in Echtzeit unzählige Daten von den Straßen miteinander vernetzt und auswertet. Jeder Autofahrer erhalte so einen individuellen Routenvorschlag, um Folgestaus auf Ausweichrouten zu verhindern, erklärte Verkehrsminister Bernd Althusmann am Donnerstag in Hannover.
Kostenfreie App
„Wir können nicht jeden Stau verhindern, aber wir können den Verkehr deutlich effizienter gestalten“, sagte der CDU-Politiker bei der Vorstellung des Systems. Für die Nutzung von NUNAV werde lediglich ein Gerät mit Internetzugang benötigt. Als Navi-App steht das System kostenfrei für Android- und iOS-Geräte zur Verfügung. Aber auch die Landesverkehrsbehörde nutzt das System, um unter anderem Unfallschwerpunkte schneller zu erkennen.
Entwickelt wurde NUNAV von der Firma Graphmasters aus Hannover. Für die Entwicklung und Nutzung der Technologie hat das Land der Firma 180 000 Euro bezahlt.
Minister Althusmann betonte, angesichts zunehmend digitaler Fahrzeuge sei auch ein digitales Verkehrsmanagement notwendig. Andere Bundesländer hätten bereits Interesse an dem System gezeigt.
Daten durch Sensoren
Sebastian Heise, Mitgründer von Graphmasters, erklärte, die Daten basierten auf einer Vielzahl von Sensoren an den Straßen – beispielsweise von Kameras, Radarstationen oder Kontaktschleifen im Boden – aber auch auf den Ortungsdaten von Handys. Damit lasse sich erkennen, wie sich die Fahrtgeschwindigkeiten verändern und wie ausgelastet die Straßenabschnitte seien.
Heise zufolge werden die Messungen im Straßennetz 1,5 Millionen Mal pro Minute aktualisiert. Der Präsident der Landesverkehrsbehörde, Eric Oehlmann, kündigte an, dass das Echtzeitlagebild für Niedersachsen voraussichtlich vom 14. Januar an für jeden frei im Internet einsehbar sein werde.
