Hannover - Angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine prüft Niedersachsen die Schließung seiner Wirtschaftsvertretung in Moskau. Die Repräsentanz sei angewiesen worden, sämtliche Akquisetätigkeiten und Kontakte zu russischen Unternehmen einzustellen, bestätigte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Eike Frenzel, am Mittwoch in Hannover. „Die Zeichen stehen auf Abschied“, sagte er.
Die Vertretung wurde 2004 als Ansprechpartnerin für niedersächsische Unternehmen in Moskau eröffnet. Dort seien neben der Leiterin sieben Mitarbeiter, alle russische Staatsbürger, beschäftigt. Auch andere Bundesländer mit Repräsentanzen in Moskau, darunter Bayern oder Nordrhein-Westfalen, prüften den Rückzug aus Russland. Den genauen Zeitpunkt der Schließung konnte Frenzel noch nicht nennen. Letztlich entscheide Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Für die Grünen im Landtag forderte Vize-Fraktionschef Christian Meyer die umgehende Abwicklung der Repräsentanz. Das sei als Verschärfung der Sanktionen notwendig.
