Hannover - Vor der Debatte über den Abschuss gefährlicher Wölfe im Bundesrat hat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) rechtliche Ausnahmen speziell für Deichgebiete gefordert. „Wenn ein Wolf auffällig wird, weil er Schafe attackiert hat, müssen wir in der Lage sein, ihn rechtssicher und zeitnah zu töten“, sagte Lies der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Lies reagierte damit dem Zeitungsbericht zufolge auf mehrere Vorfälle in den vergangenen Monaten, bei denen Wölfe Schafe in unmittelbarer Nähe von Deichen attackiert haben sollen (lesen Sie hier mehr über einen Wolfsangriff in Cloppenburg)

Weidetierhaltung auf Deichen sei ein wichtiger Bestandteil des Küstenschutzes, sagte Lies. Bislang würden aber in diesen Regionen die gleichen Auflagen für die Bejagung von „Problemwölfen“ gelten wie im Hinterland. „Wir können Schafe auf dem Deich nicht mit meterhohen Zäunen schützen. Hier müssen wir Prävention gegen Wolfsangriffe neu denken.“ Der Bundesrat befasst sich am Freitag abschließend mit einem vom Bundestag im Dezember verabschiedeten Gesetz, das den Abschuss gefährlicher Wölfe erleichtern soll.

Wölfe haben Niedersachsen 2019 laut Umweltministerium rund eine Million Euro gekostet. Ein Großteil wurde für Schutzmaßnahmen und DNA-Analysen ausgegeben. Das Land geht von rund 230 Wölfen in Niedersachsen aus.