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Klarer Wahlsieg für Rot-Grün  – CDU historisch schwach
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Aktualisiert vor 34 Minuten.

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Klarer Wahlsieg für Rot-Grün – CDU historisch schwach

NWZonline.de Nachrichten Politik

SPD droht am Wochenende ein Desaster

26.10.2019

Hannover Erstmals seit 1946 könnte Hannovers SPD den Sessel des Oberbürgermeisters verlieren. Beim ersten Wahlgang am kommenden Sonntag, 27. Oktober, deutet sich ein Kandidaten-Dreikampf um die zwei Plätze in der Stichwahl an.

Eine Umfrage sieht den SPD-Bewerber Marc Hansmann dabei mit nur 23 Prozent auf Platz 3. Vor dem Stadtwerke-Vorstand lagen der von der CDU unterstützte parteilose ehemalige VW-Manager Eckhard „Ecki“ Scholz (28 Prozent) sowie der Grünen-Landtagsabgeordnete Belit Onay (26 Prozent).

Zehn Kandidaten

Erst mit weitem Abstand folgen andere Kandidaten wie der frühere General Joachim Wundrak (AfD), Jessica Kaußen (Linke) oder die parteilose Kulturmanagerin Iyabo Kaczmarek. Insgesamt treten zehn Kandidaten bei der Oberbürgermeister-Wahl an. Auch die Piraten und die Satirepartei Die Partei schicken Bewerber ins Rennen, zudem gibt es Einzelbewerber.

Auch wenn viele nach einem spannungsarmen Wahlkampf, bei dem es viel um Mieten und Verkehr ging, noch unentschlossen sind, ist der Wert für die Sozialdemokraten alarmierend: Hannover gilt als SPD-Hochburg und -Machtbasis. In den ersten Nachkriegsjahren baute Kurt Schumacher von hier aus die westdeutsche SPD wieder auf.

Bei kommunalen Wahlen war die spannendste Frage meist, wie hoch die SPD-Herausforderer scheitern. Im Rathaus regierte fast dreieinhalb Jahrzehnte lang Herbert Schmalstieg, sein Nachfolger Stephan Weil schaffte vom OB-Sessel aus den Sprung zum Ministerpräsidenten. Doch Weils Nachfolger Stefan Schostok musste im Frühjahr wegen illegaler Zulagen für Stadtbeamte gehen. Darum wird nun gewählt.

Ein Verlust der Landeshauptstadt wäre ein schwerer Schlag für die Niedersachsen-SPD. Landeschef Stephan Weil sprach intern von einer „Katastrophe“. „Es würde nicht die Sache nicht einfacher machen“, sagt ein hochrangiger Sozialdemokrat.

Misserfolge häufen sich

Noch lebt die Partei vom Nimbus des Landtagswahlsiegs 2017, als sie mit 37 Prozent stärkste Kraft im Land wurde. Doch seitdem häufen sich Misserfolge: Im September bekam der Emder SPD-Kandidat bei der OB-Wahl gerade noch 16,4 Prozent.

Dabei waren die Sozialdemokraten anfangs guter Dinge: Mit dem 49-jährigen in Osnabrück geborenen Ex-Stadtkämmerer Hansmann startete die Partei früh in den Wahlkampf. Zudem spielte dort die Rathausaffäre Schostoks kaum eine Rolle.

Doch die Konkurrenz schüttelte er nicht ab: Der 56-jährige Scholz, einst Chef der VW-Nutzfahrzeuge in Hannover, profiliert sich als Manager und Familienmensch. Und der anfangs weithin unbekannte Grünen-Politiker Onay (38) wird in Videos selbst von Hannover-Promis wie dem Musikproduzenten Mousse T. empfohlen.

Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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