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NWZonline.de Nachrichten Politik

Er ist auch als Umweltminister weiter für die A 20

17.11.2018

Hannover Als Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz ist Olaf Lies aus Sande (Kreis Friesland) für ein breites Themenspektrum in Niedersachsen zuständig – das spiegelt sich auch in den Fragen unserer Leser an den SPD-Politiker wider. Im Interview erläutert der ehemalige niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsminister unter anderem, warum er sich auch als Umweltminister weiterhin für den Bau der Küstenautobahn A 20 starkmacht.

Eric Christmann, Rastede: Wie können Sie nach dem Wechsel vom Wirtschafts- ins Umweltministerium immer noch für die A 20 eintreten?
Wichtig ist, dass man eine politische Überzeugung hat und Sachverhalte nicht ausblendet. Ich kann ja nicht als Wirtschaftsminister aus tiefer Überzeugung sagen, dass die A 20 richtig ist und dann plötzlich mit meinem neuen Amt meine Meinung ändern. Die A 20 ist für uns nach wie vor wirtschaftlich wichtig, sie ist gut geplant und sie wird an vielen Stellen zwar Natur und Umwelt beeinflussen, aber das wird wiederum mit ausreichend Ausgleichsmaßnahmen versehen.

Hans Oltmanns, Reepsholt (Kreis Wittmund): Warum fangen wir im Norden nicht mit der Energiewende an und schalten die Kohlekraftwerke von Emden bis Rostock ab?
Wir im Norden sind bereits Treiber der Energiewende und werden dies auch künftig sein. Wir bauen die Erneuerbaren Energien immer weiter aus – übrigens mit vielen Schwierigkeiten, weil die Akzeptanz immer weiter sinkt. Wir sind auf einem guten Weg. Wann welche Kohlekraftwerke vom Netz gehen können, ist von den energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig. Ich hoffe als Mitglied der Kohlekommission, dass wir nicht allein über Ausstiegsdaten diskutieren, sondern über ein stimmiges Gesamtbild der künftigen Energieversorgung. Wir im Norden könnten die Ersten sein, die zu 100 Prozent für die Industrie und für uns selbst Erneuerbare Energien nutzen.

Knut Brammer, Jade: Ist Ihnen bekannt, dass in Niedersachsen viele Menschen unter dem ausufernden Ausbau der Windenergie leiden, weil die Abstände zur Wohnbebauung viel zu gering sind?
Wir wollen aus der Kohle aussteigen und sind aus der Kernenergie ausgestiegen. Aber das heißt, dass wir den Ausbau der Erneuerbaren Energien brauchen, dazu gehört auch Windenergie. Dabei gilt es, die Interessen der Menschen zu berücksichtigen. Wir müssen aber auch gucken, wo wir noch Standorte schaffen können, um Windenergieanlagen zu bauen. Dabei muss der Abstand von Wohnhäusern zu Windenergieanlagen so gewählt sein, dass nachts die Lärm-Grenzwerte nicht überschritten werden. Das ist ein guter Maßstab, der sicherstellt, dass man in seinem Umfeld gut leben und nachts auch vernünftig schlafen kann. Aber wir werden die Anlagen sehen – und in manchen Fällen eben leider auch hören.

Barbara und Eckhard Berger, Brake: Wann und wie helfen Sie endlich, dass in Brake auf der ungeeigneten Deponie Käseburg kein radioaktiver Müll gelagert wird und der bereits vorhandene radioaktive Schutt wieder entfernt wird?
Wir reden von Materialien aus dem Rückbau des Kernkraftwerk Unterweser, die „freigemessen“, also strahlungsarm sind, aber dieser Bauschutt muss halt deponiert werden. Dafür muss eine Deponie besondere Anforderungen erfüllen, und man hat die Verpflichtung, dass man nah am Entstehungsort entsorgen muss. Jetzt wird in einem Gutachten geprüft, ob diese Deponie überhaupt geeignet ist, diese Aufgabe wahrzunehmen. Erst wenn das Gutachten da ist, kann entschieden werden.

Gerrit Poppenga, Westerstede: Wie wollen Sie dem Insektensterben entgegenwirken?
Wir können alle etwas dafür tun, indem wir mehr Vielfalt im Garten haben. Wir reden immer über Blühstreifen, aber im eigenen Garten ist immer alles gemäht. Einen Teil des eigenen Gartens könnte man ja auch der Natur überlassen, das schafft Lebensraum. So könnten und sollten unsere Kommunen übrigens auch verfahren. Zudem setze ich darauf, dass wir mit der Landwirtschaft gemeinsam ganz viel für die Artenvielfalt tun. Da müssen wir die Landwirte dann auch finanziell entsprechend unterstützen, weil es sich dabei um eine gesellschaftliche Aufgabe handelt. Ich glaube jedenfalls, dass wir in der Landwirtschaft einen starken Partner haben.

Sehen Sie hier das komplette Interview als Video:

Lars Laue
Korrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

Weitere Nachrichten:

SPD | BMU | Kernkraftwerk Unterweser

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