Hannover/Oldenburg - Niedersachsens künftige rot-schwarze Landesregierung investiert in den nächsten Jahren kräftig in 100 bis 200 neue Medizinstudienplätze. Darauf einigten sich am Freitag die Chefunterhändler der großen Koalitionsrunde, Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und CDU-Landeschef Bernd Althusmann.

Besonders erfreulich für den Nordwesten: Auch an der European Medical School (EMS) in Oldenburg soll die Zahl der Medizin-Plätze erhöht werden. Das erfuhr die NWZ. Konkrete Zahlen werden jedoch erst vorliegen, wenn das Gesamtpaket von SPD und CDU in der nächsten Woche geschnürt wird. „Noch steht alles unter dem Haushaltsvorbehalt“, betonte SPD-Unterhändler Georg Brockmeyer.

Doch für die EMS in Oldenburg zeichnet sich schon jetzt ab, dass die höhere Zahl von Medizinstudenten von zusätzlichen Baumaßnahmen in Oldenburg begleitet werden muss. „Anders geht es nicht“, heißt es. Die Finanzierung werde die langfristige Aufgabe berücksichtigen.

„Wir begrüßen sehr den weiteren Ausbau der Universitätsmedizin in Oldenburg“, sagte Uni-Präsident Prof. Dr. Hans Michael Pieper gegenüber der NWZ. „Eine deutliche Erhöhung der Studienplätze ist sinnvoll und wünschenswert, insbesondere da sich aus den in Oldenburg ausgebildeten Ärzten auch die zukünftige medizinische Versorgung des Nordwestens Niedersachsens rekrutieren wird.“

Für Pieper steht aber auch fest: „Die bauliche Entwicklung der Universitätsmedizin muss schon bei den heutigen Studierendenzahlen in Oldenburg deutlich vorangetrieben werden. Dies gilt insbesondere für den Bau von Laboren für Forschung und Lehre.“

Am 1. Oktober 2012 hatten die ersten 40 Frauen und Männer ihr Medizin-Studium in Oldenburg aufgenommen. derzeit sind es 240 Studierende. Der erste Jahrgang macht jetzt sein Staatsexamen.

CDU-Verhandler Ulf Thiele (Uplengen) sieht die zusätzlichen Medizin-Plätze auch unter dem Aspekt der Probleme mit einer ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. Die künftige Große Koalition will Entlastung schaffen. Und: „70 Prozent der Medizinstudierenden sind weiblich. Das schafft Herausforderungen“, betont er mit Blick auf viele Teilzeitstellen von Ärztinnen.

Niedersachsens Hochschulen sollen auch fit gemacht werden für die Herausforderungen durch Digitalisierung. Dafür will die Große Koalition mit mehr Studiengängen für Informatik reagieren. „Wir wollen Niedersachsen wetterfest und zukunftsfest machen“, sagte Brockmeyer.