Hannover/Oldenburg - Fünf Wochen vor der Entscheidung über die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Vorsitzende ist die Debatte über ihre Nachfolge in vollem Gang. Der CDU-Vorstand in Niedersachsen will sich zwar nicht positionieren, doch intern wird intensiv diskutiert.
„Persönlich habe ich eine leichte Präferenz für Friedrich Merz“, sagte der Chef des Verbands Braunschweig, Frank Oesterhelweg. Das könne sich aber noch ändern, da es mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer weitere interessante Kandidaten gebe.
Kanzlerin Merkel tritt nach 18 Jahren an der Parteispitze beim Bundesparteitag in Hamburg am 7./8. Dezember nicht mehr für den Vorsitz an.
Oesterhelweg erwartet von der Debatte über ihre Nachfolge „ein wichtiges Signal des Aufbruchs“, damit auch konservativere Kräfte wieder ihren Platz in der CDU hätten.
Der Vorsitzende des Oldenburger Verbandes, Franz-Josef Holzenkamp, hat sich nach eigenen Worten noch nicht auf einen der Kandidaten festgelegt. „Wichtig ist, dass beim Aufbruch ein Kandidat gewählt wird, der glaubhaft, authentisch und stimmig den Zusammenhalt in der Gesellschaft verkörpert. Das ist der elementare Punkt für mich“, sagte er.
Ähnlich sieht es die Vorsitzende des Bezirks Hannover, die Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth. Sie befürwortet die Idee von Regionalkonferenzen, auf denen sich die Kandidaten in den kommenden Wochen vorstellen sollen: „Ich finde, die Partei sollte sich die Zeit lassen, um den Kandidaten erst mal zuzuhören und zu diskutieren.“
Ex-Innenminister Uwe Schünemann ließ Sympathien für Merz erkennen, stellte aber vor allem die Vielfalt der Kandidaten heraus: „Der Dreikampf spiegelt die gesamte Breite der CDU bei den Kandidaten wider – das ist etwas, was die Partei lange nicht mehr erlebt hat. An der Basis wird der Prozess begrüßt.“ Ex-Justizminister Bernd Busemann sagte: „Ich sehe das Ganze auf jeden Fall positiv, als ein Signal des Aufbruchs. Ganz egal, wer es am Ende wird: Dieser Prozess tut uns als Partei gut.“
