HANNOVER/OLDENBURG -
Redaktion Hannover
HANNOVER/OLDENBURG - Weniger Personal, längere Anfahrtswege, finanzielle Kürzungen: Die Polizei in Niedersachsen ist offenbar frustriert über die Polizeireform. Die Polizeigewerkschaften haben die Neuorganisation erneut scharf kritisiert. Anlass war eine Zwischenbilanz der Reform von 2004, die Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Mittwoch im Landtag vorlegte.Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) beklagt die hohe Belastung der Beamten. „Es fehlen Leute auf den Straßen und für den Dienst am Bürger“, sagte DPolG-Landeschef Thomas Kliewer. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht die Reform weitgehend gescheitert. Die Auswirkungen für die Polizeidirektion Oldenburg seien negativ, erklärte der Chef der GdP-Bezirksgruppe Oldenburg, Jörg Mildahn. Die Flächenpräsenz sei durch die Personal-Umverteilung verringert worden. Besonders betroffen vom Abbau seien die Kreise Wesermarsch, Friesland und Wittmund.
Der Präsident der Polizeidirektion Oldenburg, Hans-Jürgen Thurau, kann die Kritik nicht nachvollziehen. Oldenburg habe durch die Reform 80 Beamte mehr bekommen. „Wir haben personell profitiert“, sagte Thurau der NWZ . Das Personal sei nach Arbeitsaufwand auf die Polizeiwachen verteilt worden. „Wir nehmen in Kauf, dass wir längere Anfahrtswege haben.“
Im Landtag verteidigte Schünemann die Reform. „Unser Land ist dadurch ohne Zweifel sicherer geworden.“ SPD und Grüne warfen dem Minister vor, die schlechte Stimmungslage vor Ort zu verkennen.
