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Zwei Eurofighter der Bundeswehr abgestürzt
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Aktualisiert vor 12 Minuten.

In Mecklenburg-Vorpommern
Zwei Eurofighter der Bundeswehr abgestürzt

NWZonline.de Nachrichten Politik

Wie die Finnen ihren Atommüll lagern

31.05.2019

Hannover /Olkiluoto In Sachen Atomendlager ist Finnland Deutschland um Jahrzehnte voraus: Während die Standortsuche hierzulande erst anfängt, steht die Anlage im finnischen Olkiluoto längst – 2023 soll die Einlagerung beginnen. Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD, Sande) hat die Anlage besucht – und meint, dass Deutschland von ihr lernen kann.

Den Finnen sei es mit einem transparenten Verfahren gelungen, in kurzer Zeit einen allgemein anerkannten Platz zu finden, sagte Lies nach seiner Rückkehr am Mittwoch in Hannover. „Wo bei uns in der Vergangenheit viel Vertrauen verspielt wurde, gibt es in Finnland offenbar eine große gesellschaftliche Akzeptanz für staatliches Handeln“, sagte er.

Mit dem verspielten Vertrauen meint Lies die 1977 gefallene und mittlerweile zurückgenommene Entscheidung für den Salzstock Gorleben als deutsches Endlager. Seit 2017 sucht die Bundesgesellschaft für Endlagerung nun einen neuen Standort. Dabei gilt das Prinzip der „weißen Landkarte“ – offiziell ist zunächst ganz Deutschland (und selbst Gorleben) denkbar. 2020 soll eine Liste mit möglichen Regionen präsentiert werden, 2031 eine Standortentscheidung fallen. Herausfallen dürften 2020 bereits Regionen, die sich in globalen Kalt- und Warmzeiten stark verändern, womit küstennahe Gebiete verschont bleiben dürften sowie erdbebengefährdete Standorte.

Umstritten ist das Wirtsgestein. Denkbar wären drei Varianten: Erstens Salzformationen wie in Gorleben oder der Asse. Solche gibt es im emsländischen Wahn oder im Bereich Bad Zwischenahn. Zweitens Tongesteine, wie sie von der süddeutschen Schwäbischen Alb bekannt sind, die aber wahrscheinlich auch unter weiten Teilen Niedersachsens und dem nördlichen Nordrhein-Westfalen liegen. Drittens Kristallin wie in Olkiluoto. Das kommt im Harz, aber vor allem in Bayern und Sachsen vor. Beide Länder lehnen Endlager bei sich aber grundsätzlich ab, Bayern hat das Nein sogar im Koalitionsvertrag besiegelt. Die Lies-Reise wurde als Plädoyer für Granit verstanden, was der Minister aber zurückweist.

Bei den mitgereisten Parlamentariern stieß die Reise auf unterschiedliche Echos: Marcus Bosse (SPD) und Martin Bäumer (CDU) lobten den „transparenten“ Suchprozess. Bäumer appellierte, in Deutschland müsse auch die Bevölkerung mitgenommen werden. „Wir erwarten den Willen, ein Endlager zu finden. Dafür ist unsere Generation verantwortlich und darf diese Aufgabe nicht weiterreichen“, sagte er.

Die Grünen-Abgeordnete Miriam Staudte sieht das finnische Projekt kritisch. Die positive Darstellung durch den Betreiber dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, „dass es auch in Finnland erhebliche Probleme mit Wasserzuläufen und Korrosion der Behälter gibt. Derzeit laufen laut Betreiberfirma 35 Liter in der Minute in das Bergwerk, was mehr als 50 000 Litern am Tag entspricht, die später einmal als Transportmedium die Radioaktivität an die Oberfläche befördern könnten“, sagte sie. In Finnland fehle eine kritische Öffentlichkeit, die auf solche Probleme hinweise.

Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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