Hannover/Osnabrück/Leer - Niedersachsens Polizei sattelt verstärkt auf E-Fahrzeuge um. Nach dem erfolgreichen Test von zwei Elektromotorrädern in Osnabrück und Leer will nun auch die Polizeidirektion Hannover acht E-Kräder anschaffen. Die Motorradflotte in Hannover ist als Eskorte auch bei hohem Besuch in der Landeshauptstadt im Einsatz. Damit wäre der sogenannte Fünfer- oder Siebener-Keil vor den Staatskarossen die erste vollelektrische Eskorte in Deutschland, heißt es im Innenministerium.
Anlass sind die in Osnabrück gemachten „äußerst positiven Erfahrungen mit den E-Krädern“, sagt Marco Ellermann von der Polizeidirektion Osnabrück. Damit sei man auf großes Interesse gestoßen: Nicht nur andere Bundesländer, auch die Niederlande, Spanien und die Schweiz zeigten sich an dem Pilotprojekt interessiert.
Die E-Kräder mit einer Reichweite von 250 bis 328 Kilometern sind eigens für den Dienstgebrauch konzipiert und verfügen über LED-Signale und einen Bluetooth-Anschluss, mit dem der Fahrer auch abseits des Fahrzeugs im Funkkontakt bleibt. Nach Angaben der Polizei kosten die Maschinen etwa 3800 Euro weniger als die herkömmlichen Motorräder.
Die Osnabrücker haben zudem 20 E-Autos und zwölf Pedelecs im Bestand. Und für die Nordseeinsel Juist soll im Dezember ein elektrisch angetriebenes Quad angeschafft werden. Das Geländefahrzeug soll in einem einjährigen Pilotprojekt eingesetzt werden. „Elektrobetriebene Einsatzfahrzeuge vereinen Innovation, Ökologie und Praktikabilität. Wir werden unseren nachhaltigen Weg konsequent weitergehen“, sagt Polizeipräsident Michael Maßmann.
Mit den neuen Fahrzeugen will das Land umweltschonender Einsatzmittel erproben. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte der Polizei ein nachhaltiges Beschaffungsmanagement verordnet.
