Hannover - Seit mehr als 30 Jahren kämpft der Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) für die Einrichtung einer Pflegekammer. Das Sozialministerium sollte die Datenschutzpanne bei der Pflegekammer Niedersachsen dazu nutzen, ihre Einstellung zur Kammer zu überdenken, erklärte der Vorsitzende des DBfK Nordwest, Martin Dichter, in einer Stellungnahme.
„Auch wenn hier offenbar das Dienstleistungsunternehmen versagt hat, fällt das eindeutig in den Verantwortungsbereich der niedersächsischen Gesundheitsministerin“, so Dichter. Es sei Zeit für ein Moratorium. Mit einem endgültigen Stopp der Evaluation zum jetzigen Zeitpunkt ließe sich noch größerer Schaden vermeiden. Zugleich sei es eine Chance, dass die Kammer in Ruhe ihre Arbeit aufnehmen kann, so Dichter.
Nach einem Hackingverdacht war am Dienstag die Online-Befragung von rund 90 000 Pflegekräften ausgesetzt worden. Es sei nicht auszuschließen, dass es Manipulationsversuche von Dritten gegeben habe, so Sozialministerin Carola Reimann (SPD) .
