Hannover - Drei Männer und zwei Frauen sollen aus Kliniken medizinische Geräte im Millionenwert gestohlen haben. Der Prozess vor dem Landgericht Hannover wurde am Montag fortgesetzt. Das Gericht unterbreitete den 21 bis 55 Jahre alten Angeklagten zunächst einen Verständigungsvorschlag zum Strafmaß, falls sie ein frühzeitiges und umfassendes Geständnis ablegen würden. Damit soll der Prozess verkürzt werden.

Der Staatsanwalt signalisierte allerdings, dass er mit dem Vorschlag und dem Strafmaß nicht einverstanden sei. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten schweren Bandendiebstahl beziehungsweise gewerbsmäßige Bandenhehlerei in sechs Fällen vor. Betroffen waren unter anderem das Klinikum Siloah in Hannover, das Städtische Klinikum Braunschweig sowie das Krankenhaus Herzberg/Osterode.

Entwendet wurden laut Anklage häufig hochwertige Endoskopie-Geräte. Pro Klinik handelte es sich meist um Beträge zwischen 400 000 und 500 000 Euro, in einem Fall sogar um eine Million Euro.

Die Bande soll sich in einer Ferienwohnung nahe Soltau (Heidekreis) aufgehalten und das Diebesgut an Mittelsleute in Kolumbien versandt haben. Die Angeklagten haben sich im Prozess noch nicht geäußert. Die Verteidiger wollen mit ihnen über den Vorschlag des Gerichts beraten.