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NWZonline.de Nachrichten Politik

Schule: Gewalt gegen Pädagogen nimmt erheblich zu

23.09.2019

Hannover Die Gewalt gegen Lehrer hat in Niedersachsen erheblich zugenommen. Im vergangenen Jahr wurden 322 Pädagogen Opfer von Straftaten, 2017 waren es noch 229. Das teilte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) auf eine entsprechende Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Damit stieg die Zahl der betroffenen Pädagogen um gut 40 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden allein 190 Lehrer Opfer von Körperverletzung, im Jahr zuvor waren es nach der polizeilichen Kriminalstatistik noch 130. Erfasst werden unter anderem auch Raub und Sexualdelikte. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 264 Fälle erfasst, ein Jahr zuvor waren es 194 – die Zahl der betroffenen Pädagogen ist höher, weil bei einigen Taten mehrere Lehrer betroffen waren. In 151 Fällen ging es 2018 um Körperverletzung, ein Jahr zuvor waren es noch 105 Fälle. Das bedeutet eine Steigerung um fast 44 Prozent. Zu den Ursachen des Anstiegs könne das LKA keine näheren Angaben machen, sagte die Sprecherin.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat angesichts der Zahlen konkrete Forderungen. „Ich kann es mir nur so erklären, dass die Frustrationstoleranz der Schüler in den vergangenen Jahren noch einmal drastisch gesunken ist“, sagte die Landesvorsitzende Laura Pooth. Einer der Gründe könne auch Personalmangel sein, meinte sie. „Wir haben einfach zu wenig Lehrkräfte und Sozialpädagogen.“

Es müsse nachgeforscht werden, ob das Problem an bestimmte Schulformen gebunden sei, sagte Horst Audritz, Vorsitzender des niedersächsischen Philologenverbands. „An Gymnasien gibt es nach unseren Beobachtungen weniger Probleme als bei anderen Schulformen.“ Audritz macht ein insgesamt verändertes Miteinander für die Gewalt verantwortlich.

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