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NWZonline.de Nachrichten Politik

Lies: Wolfsgesetz kommt

16.12.2017

Hannover Niedersachsens Umweltminister arbeitet an einem „Wolfsgesetz“. „Die Sicherheit der Menschen hat oberste Priorität. Gefährdungen durch den Wolf müssen ausgeschlossen werden“, sagte Lies der NWZ. „Schnellstmöglich“ soll die Wolfsverordnung nach Abstimmung mit Experten in Kraft treten. „Wenn bestimmte Wölfe die Scheu verlieren und dadurch zu einer Gefahr werden, müssen sie schnell und rechtssicher entnommen werden“, lautet die Vorgabe von Lies.

Niedersachsens Umweltminister lehnt sich an die brandenburgische Wolfsverordnung an. Dort ist vorgesehen, verhaltensauffällige Wölfe zunächst zu vergrämen – etwa mit Gummigeschossen – und möglichst mit Sendern zu versehen. Als nächste Eskalationsstufe kommt auch ein Abschuss in Betracht. Entgegen der Haltung des früheren Umweltministers Stefan Wenzel (Grüne) denkt Lies auch über Entnahmen von Einzeltieren oder Rudeln wie in Cuxhaven nach, wenn Wölfe trotz Herdenschutzmaßnahmen „mehrfach in Weidetierbestände vorgedrungen“ sind.

Umweltminister Lies sieht sogenannte „wolfsfreie Gebiete“ kritisch. Dieser Ansatz sei nicht nur sachlich, sondern auch rechtlich äußerst problematisch. Stattdessen will Lies das „Wolfsmanagement weiter professionalisieren“ und die Beratungsstellen stärken. Parallel wird der Herdenschutz ausgebaut. Allerdings seien einem Herdenschutz auch „Grenzen gesetzt“, betont Lies, der auf Berechnungen des Landes Bayern verweist. Dort müssten mehr als 50 000 Kilometer Zäune gezogen werden mit einem Investitionsaufwand von 300 Millionen Euro, um die Wölfe von Nutztieren fernzuhalten. Ein nicht leistbarer Aufwand, sagt der Umweltminister, der Nutztierhaltern verspricht, bei Wolfsrissen den Schaden schnell zu regulieren und diese Leistungen sogar „auszubauen“.

Das Töten von aggressiven Wölfen ist für Lies nur das letzte, aber notwendige Mittel, um verhaltensauffällige Tiere in den Griff zu bekommen. „Wichtig ist, die Menschen über den Wolf zu informieren. Die Distanz zu den Tieren muss unbedingt gewahrt bleiben. Insbesondere das Anfüttern muss bestraft werden.“ Lies denkt darüber nach, mindestens ein Tier pro Rudel mit einem Sender zu versehen, damit die Wege der Wölfe verfolgt und das Rudel möglichst schnell im Notfall aufgespürt werden kann.

Gunars Reichenbachs
Chefkorrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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