Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Förderung in Milliardenhöhe So ist bei der Digitalisierung der Stand in Niedersachsen

Hannover - Niedersachsen hat bei der Digitalisierung nach Ansicht von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) bundesweit eine Vorreiterrolle. Von rund 1 Milliarde Euro, die das Land seit 2018 zur Verfügung gestellt hat, seien bis Ende des Jahres rund 920 Millionen Euro konkret in Projekten gebunden. Der Breitbandausbau im Land habe „eine nie dagewesene Geschwindigkeit erreicht“. So steht es um den „Masterplan Digitalisierung“:

Haushaltsanschlüsse

Rund 61 Prozent der Haushalte in Niedersachsen haben laut Wirtschaftsministerium einen Netzanschluss mit einer Datenrate von 1 Gigabit pro Sekunde (1 GBit/s). 2018 seien es lediglich sechs Prozent der Gebäude gewesen. Bei weiteren 15 Prozent sei ein Gigabit-Anschluss in Planung, 92,5 Prozent der Kliniken seien mit 1 GBit/s versorgt; bei den Schulen seien es 96,3 Prozent.

Funklöcher

99 Prozent aller Haushalte haben eine Mobilfunk-Verbindung mit dem sogenannten LTE-Standard. Damit sei das Ziel des Masterplans, eine 100-prozentige 4G-Versorgung, erreicht, betonte Digital-Staatssekretär Stefan Muhle. 97,7 Prozent der Fläche sei mit LTE versorgt. Das Land arbeite daran, Funklöcher zu schließen.

Der Digitalbonus

Damit kleine und mittlere Unternehmen Hard- und Software anschaffen sowie in die IT-Sicherheit investieren, hat das Land einen „Digitalbonus“ im Volumen von 65 Mio. Euro ausgeschüttet. Von 2019 bis Ende 2021 wurden 9358 Anträge bewilligt. Nun wird das Programm neu aufgelegt – und zwar mit einem Volumen von 15 Mio. Euro vom 22. Juni an, kündigte Althusmann in Hannover an. Kleine Firmen können bis zu 40 Prozent als Zuschuss erhalten. Die Förderung sei aber auf 10 000 Euro pro Unternehmen gedeckelt.

„Digital-Campus“

Rund 40 Mio. Euro fließen in digitale Campusse, darunter der IT-Campus in Oldenburg. Zur Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle fördert das Land „Digital Hubs“. Von 34 Prozentskizzen seien 23 Anträge mit einer Förderung von 5 Mio. Euro bewilligt. Muhle kritisierte, dass viele Kreis- und Kommunalverwaltungen in teure Neubauten investieren – anstatt die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

Politische Debatte

Die Grünen im Landtag sprechen von einem „Desaster bei der Digitalisierung“: Aus mehreren millionenschweren Fördertöpfen sei bislang kein Euro zugeteilt worden. So seien für den Giganetzausbau etwa 320 Mio. Euro zugesagt; lediglich eine halbe Mio. Euro wurde ausgezahlt. Althusmann zogen einen Vergleich zum Hausbau. Dort würden die Handwerker auch erst nach Fertigstellung bezahlt. Genauso sei es bei der Digitalisierung. Die Förderung in Milliardenhöhe sei „fest verplant“.

Gleichzeitig rügte der CDU-Wirtschaftsminister die Ampel-Koalition in Berlin. Wenn das Recht auf einen Anschluss mit einer Geschwindigkeit von 10 statt 30 MBit/s erst 2030 greife, sei das ein Rückschritt. Er verfolge das ehrgeizige Ziel, Niedersachsen schon 2025 zum Gigabit-Land zu machen. Althusmann forderte von Berlin einen „Masterplan“ für bundeseinheitliche Standards bei der Digitalisierung. So müsse der eigenwirtschaftliche Ausbau unter der Regie der Telekommunikationsfirmen gefördert werden, damit auch Altanschlüsse ertüchtigt werden.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden
Mit Video
Nach der Sprengung inspizierten Midgard-Beschäftigte die Überreste der Verladebrücke.

KRANSPRENGUNG IN NORDENHAM Koloss aus Stahl fällt in 15 Sekunden zusammen

Norbert Hartfil
Nordenham
Wo ist der Obdachlose hin? Kurz vor der Einmündung des Heidkamper Wegs in die Metjendorfer Straße in Neusüdende hatte sich der Mann mehrere Monate aufgehalten.

MANN WIRD MEDIZINISCH BETREUT Polizei und Landkreis räumen Obdachlosen-Schlafplatz in Neusüdende

Frank Jacob
Neusüdende
Analyse
Am Sonntag, 26. Juni,  war in Thüringen über Landräte, Oberbürgermeister, Bürgermeister sowie über Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte abgestimmt worden. Nun stehen Stichwahlen vor der Tür.

STICHWAHLEN IN THÜRINGENS KOMMUNEN IM JUNI „AfD neben der CDU sozusagen die Volkspartei“

Mey Dudin Büro Berlin
Nach einer Fahrt unter Cannabiseinfluss ist der Führerschein weg. Durch das Cannabisgesetz ändern sich aber nicht nur die Blutwerte, ab denen die Fahrerlaubnis entzogen wird, sondern auch, wie man sie zurückbekommt. Der Fachdienst Straßenverkehr des Landkreises Wesermarsch erklärt, warum Kiffer nicht mehr zur MPU müssen (Symbolbild).

FÜHRERSCHEINENTZUG NACH CANNABISKONSUM Kiffer müssen nicht mehr zwingend einen „Idiotentest“ ablegen

Tim Rosenau
Brake