Hannover - Die Niedersachsen trinken zu wenig. Das geht aus einer aktuellen Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Demnach wird gerade in den nordwestdeutschen Bundesländern viel zu wenig getrunken. Erwachsene brauchen laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung rund 1,5 Liter Wasser täglich. Bei großer Hitze, schwerer körperlicher Arbeit oder Sport kann bis zu ein Liter zusätzlich nötig sein. In Niedersachsen liegt der Anteil der Erwachsenen, die weniger als den Mindestbedarf von 1,5 Litern am Tag trinken, bei 38 Prozent und somit gleichauf mit Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Schlechter (39 Prozent) schneidet nur Nordrhein-Westfalen ab.

Wesentlich trinkfreudiger sind die Menschen im Süden und im Osten Deutschlands. Die Menschen in Bayern und Baden-Württemberg kommen am häufigsten auf die empfohlene Trinkmenge von 1,5 bis 2,5 Litern pro Tag (73 beziehungsweise 74 Prozent).

„Für unsere Gesundheit ist das richtige und ausreichende Trinken ebenso wichtig wie die richtige Ernährung. Ein Mangel beeinträchtigt die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit“, betont Inken Holldorf, Leiterin der TK-Landesvertretung Niedersachsen. Nach ihren Worten vergessen 44 Prozent der Norddeutschen das Trinken aufgrund vieler Stressfaktoren – insbesondere im Job. „Zeitmangel sollte kein Grund sein, auf gesundes Trinken zu verzichten“, findet Holldorf.

Interessant ist auch, dass jeder dritte Niedersachse erst etwas trinkt, wenn sich ein Durstgefühl einstellt und jeder Zehnte nachts sogar mit großem Durst aufwacht.

Forsa hatte im Auftrag der TK insgesamt 1486 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren zu ihren Trinkgewohnheiten am Arbeitsplatz und im Privatleben und befragt. Regionale Unterschiede wurden auch beim Alkoholkonsum deutlich. Mit durchschnittlich 4,8 Gläsern Bier, Wein oder Sekt pro Woche bewegt Niedersachsen sich gemeinsam mit Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein im Mittelfeld. Angeführt wird der Bundesvergleich von Berlin und Brandenburg mit 6,2 Gläsern, am wenigsten Alkohol wird in Baden-Württemberg (4,2 Gläser) sowie in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland getrunken (4,3 Gläser).