Hannover - Busse, Straßenbahnen oder U-Bahnen standen still – und viele Berufstätige haben den Weg zur Arbeit anders bewältigt. Am Dienstag hat ein Warnstreik den öffentlichen Nahverkehr vielerorts in Niedersachsen und Bremen lahmgelegt. Betroffen waren vor allem Hannover, Braunschweig, Wolfsburg, Göttingen, Goslar und Osnabrück.
Nahverkehr
Größere Beeinträchtigungen im Straßenverkehr habe es angesichts der Vorankündigungen aber nicht gegeben, die Pendler hätten sich gut vorbereitet, sagte ein Sprecher der Polizei Hannover.
Die Verkehrsbetriebe Üstra in Hannover hatten zuvor ihren Fahrgästen geraten, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen. Die Beteiligung am Warnstreik im Nahverkehr war nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi groß. Die Mitarbeiter seien aufgerufen, zu den normalen Schichtzeiten in die Betriebshöfe zu kommen, insgesamt rund 3750 Verdi-Mitglieder würden erwartet – mehr als geplant.
Öffentlicher Dienst
Auch im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes legten zahlreiche Beschäftigte in Niedersachsen vorübergehend die Arbeit nieder. Die Resonanz sei deutlich größer als erwartet, genaue Zahlen gebe es aufgrund der dezentralen Warnstreiks aber nicht, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Geschätzt sei die Beteiligung um etwa 15 Prozent höher als geplant.
Die Gewerkschaft hatte Beschäftigte zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen – in mehr als 20 Kliniken sowie bei Entsorgungsunternehmen, Straßenreinigungen und Stadtverwaltungen. In Lüneburg zogen Beschäftigte der städtischen Krankenhäuser und psychiatrischen Kliniken auf den Marktplatz. „In Zeiten von Corona sind die Beschäftigten in den Gesundheitsämtern und Krankenhäusern besonders gefordert“, mahnte Ulrich Silberbach, Bundeschef des Beamtenbundes dbb an. Bis zur dritten Verhandlungsrunde am 22. und 23. Oktober seien viele Warnstreiks geplant.
Die Forderungen
Verdi und dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
Der öffentliche Nahverkehr gehört zwar zum öffentlichen Dienst, die Streiks haben aber nichts mit den Tarifverhandlungen zu tun. Verdi beabsichtigt damit, bundesweite Tarifgespräche für die rund 87 000 Beschäftigten durchzusetzen.
